Portimão Global Ocean Race

Rolling home für "Beluga Racer"

01.07.2009 Jochen Rieker, Fotos: Beluga Offshore Sailing - Nach der Siegesfeier am Wochenende überführen Boris Herrmann und Felix Oehme ihre Class-40-Yacht nach Hamburg

Fotograf: © Beluga Offshore Sailing
Lohn der Mühen: Am Wochenende erhielten Felix Oehme (l.) und Boris Herrmann (M.) die Siegertrophäen

Es ist wie auf den vergangenen 30.000 Seemeilen: Zweihand segeln die Sieger der Regatta um die Welt ihre Akilaria 40 nach Hause. Nur das Tempo ist gemächlicher. Ab Mitte Juli wollen sie in Deutschland sein.

Noch völlig überwältigt von der Kameradschaft der Teilnehmer, den Feiern mit Freunden und Familie haben sich Boris Herrmann und Felix Oehme am Montag auf den Weg von Portimão nach Hamburg gemacht, wo sie am 15. Juli zu einer Pressekonferenz erwartet werden.

Vom Handy aus meldete sich Boris bei YACHT online. Im Hintergrund brummte leise der Schiffsdiesel; ein Hochdruckgebiet sorgte vor der portugiesischen Küste für anhaltende Flaute. "Es ist irre, was einem so durch den Kopf geht", sagte er. "Nach der Anspannung der vergangenen Monate haben wir jetzt unglaublich schöne Momente an Land erlebt."

Nicht nur der Gemeinschaftsgeist unter den Teilnehmern am Portimão Global Ocean Race sei eine schöne Erfahrung. Auch der Kontakt zu den Organisatoren der Regatta habe sich noch einmal intensiviert. Am Wochenende war die siegreiche "Beluga Racer" voll besetzt zu einem Törn vorm Zielhafen gestartet, mit dabei die ganze Entourage des Rennens. "Wir gehen hier alle als gute Freunde auseinander", sagte der 28-Jährige.

Fotograf: © Beluga Offshore Sailing
Hilfe von oben: Zum Tausch des gebrochenen Salingsbeschlags musste der Mast der Beluga per Mobilkran stabilisiert werden

Zuvor hatte die "Beluga"-Crew mithilfe eines Mobilkrans die defekte Salingsaufnahme im Mast ausgetauscht. "Sie war glatt durchgebrochen", berichtet Boris Herrmann. Die Ursache ist noch nicht klar. "Nennenswerte Korrosionsspuren gab es nicht." Daher schickte der Skipper die Bruchstücke zum Mastenbauer nach Frankreich, wo sie jetzt untersucht werden sollen. Ob es der hohe Druck war, der bei den langen Raumschots-Strecken auf den Salingen lastet, oder die Beanspruchung bei den vielen Sonnenschüssen, darüber kann man derzeit allenfalls spekulieren.

Was die jungen Deutschen nach ihrer Rückkehr planen? Zunächst einmal geht es nach Hamburg, dann die deutsche Ostseeküste entlang. Erst Ende Juli wird die "Beluga Racer" verkauft - an Nico Budel, der seine eigene 40-Fuß-Yacht auf der Etappe von Kapstadt nach Wellington aufgeben musste und nun auf die Akilaria umsteigen will.

Bei der Cowes Week und beim Fastnet Race werden sich die Portimão-Teilnehmer vermutlich schon wieder begegnen. Dann segelt Boris Herrmann mit neuem Boot — wieder eine Class 40 von Akilaria — und neuer Crew. Im Herbst steht eine weitere Transatlantikregatta auf dem Programm.

Und danach? "Ziel ist ganz klar eine Open-60-Kampagne und die Teilnahme an der nächsten Vendée Globe", sagt der erfolgreichste deutsche Einhandsegler aller Zeiten.

Alles über die "Beluga Racer" in der aktuellen YACHT (Heft 14/2009).

Mehr über Boris Herrmanns Pläne und wie ihn seine erste Rund-um-die Welt-Regatta geprägt hat im Exklusiv-Interview in YACHT 16/2009 — ab 22. Juli am Kiosk.

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