America´s Cup
Revanche geglückt
Ein Comeback hätte kaum jemand dem Kiwi-Heimteam noch zugetraut. Nach einer starken ersten Round Robin aber extrem schwachen zweiten Vorrunde mit Niederlagen gegen die großen Teams lag das Team New Zealand auch im Finale gegen Alinghi mit 0:1 zurück.
Dean Barker hatte vier der vergangenen fünf Starts verloren und für das Finale auch noch das vermeintlich langsamere Schiff aus der Lostrommel gezogen.
Aber mit der Wetteränderung am Finaltag kehrte auch die Form zurück. Bei Regen und stürmischen Bedingungen bis zu 30 Knoten Wind wiesen die Neuseeländer ihre Schweizer Gegner in die Schranken.
Im ersten Rennen des Tages startete Barker in einer ähnlich starken Leeposition wie am Vortag. Im Gegensatz zu diesem Rennen konnte Alinghi aber nicht mit einem Rechtsdreher seine Position in Luv stärken. Sondern Team New Zealand passierte nach einer Linkskippe denkbar knapp vor dem Bug. Es siegte danach mit 28 Sekunden Vorsprung.
Das dritte Rennen entschied Dean Barker am Start. Erst zwang er Alinghi zu einer Regelverletztung, die von den Schiedsrichtern mit einem Penalty-Kreis bestraft wurde, dann startete er klar voraus und siegte deutlich mit 34 Sekunden.
Im dritten Rennen des Tages positionierte sich Alinghi in Lee, ließ aber den Neuseeländern zu viel Luft nach Luv, so dass die sich dort ohne Einfluss der Abwinde halten konnten.
Alinghi segelte zwar einen Vorsprung von 23 Metern heraus. Der reichte aber nicht, um zu wenden und vor dem Bug des vorfahrtsberechtigten Gegners zu passieren. Die Kiwis deckten eng, lagen an der Luvtonne 29 Sekunden vorne und im Ziel 20 Sekunden.
Alinghi-Taktiker Brad Butterworth gratulierte: "Offenbar haben wir Probleme bei Regen zu segeln. Aber es bestehen keine Zweifel, sie sind ein sehr starkes Team und wir freuen uns auf unser nächstes Duell mit ihnen - hoffentlich in der Vorbereitung auf den 33. America's Cup. Sie haben hier in Auckland zusammen mit Louis Vuitton einen sehr guten Event organisiert".
Ob es eine Wiederholung der Louis Vuitton Pacific Series gibt, ist unklar. Yves Carcelle, Präsident und CEO von Louis Vuitton, wollte sich nicht festlegen. „Wir kennen die Zukunft noch nicht. Aber es war eine fantastische Sportveranstaltung.“
Es war ein Segen für die Regatta, dass es tatsächlich zum Traumfinale zwischen Alinghi und Team New Zealand gekommen ist. Sonst hätte wohl doch viel Glanz gefehlt.
Denn das schwer verständliche Format, das dem Heimteam einen festen Platz im Finale zusicherte, ließ viel Platz für Zufälle. So gibt es bei keiner internationalen Match-Race-Veranstaltung geplante Sudden-Death-Matches, bei denen ein Rennen über das Weiterkommen entscheidet.
Dadurch wurde dem Glück und Pech viel Platz eingeräumt. Aber schließlich haben sich doch die starken Teams durchgesetzt. Die Rennen waren spektakulärer und dramatischer als viele Cup-Matches vor Valencia. Und man merkte den Kommentaren der Teilnehmer an, wie sehr sich alle nach solch einem Wettkampf auf höchstem Niveau sehnten.










