Vendée Globe

Rekorde und Eisalarm im Südpolarmeer

03.12.2012 Tatjana Pokorny, Fotos: J.M. Liot/DPPI/Vendee, Vincent Curutchet / Macif, Y. Zedda / Virbac-Paprec Sailng Team - Nach 6000 Seemeilen auf See trennten das Spitzentrio in der Vendée Globe am Montagmorgen nur 19 Seemeilen. Die ersten Rekorde sind gefallen

vendee
Fotograf: © J.M. Liot/DPPI/Vendee

Vom Gejagten zum Jäger und wieder zum Gejagten: Armel Le Cléac'h führt die Vendée-Globe-Flotte zum Auftakt der vierten Woche auf See an

Die Ausfallserie scheint vorerst gestoppt. Nun richten sich beim Blick auf die Vendée Globe alle Augen auf den Dreikampf an der Spitze der Flotte: Favorit Armel Le Cléac'h und seine "Banque Populaire" haben sich die Führung über Nacht zurückgeholt und rasten am Montagmorgen mit Spitzengeschwindigkeiten von über 20 Knoten durch das eisige Südpolarmeer. Landsmann Jean-Pierre Dick fiel mit knapp drei Seemeilen Rückstand wieder auf Platz zwei zurück. Dahinter lauerte "Golden Boy" François Gabart auf "Macif". Der Schweizer Bernard Stamm lag mit 90 Seemeilen Rückstand auf Le Cléac'h zu Beginn der vierten Woche auf See auf Platz vier. 

Die schnellsten der dynamischen 13 noch im Rennen aktiven Skipper schenken sich in den "Roaring Forties" nichts. Dabei ist die Gefahr von ungewollten Begegnungen mit Eis gestiegen. Die Wetterexperten der Veranstalter haben eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Eisbergen rund um die Kerguelen ausgemacht. Die Wettfahrtleitung hat die Teilnehmer über ein neues Eistor namens Amsterdam (40° 00 E 00S/077° bis 40° S/084° 00 00 E) informiert, das sie nun passieren müssen. Durch diese Maßnahme soll verhindert werden, dass die Boote zu weit in den Süden des Southern Ocean vordringen, wo zwar mehr Wind, dafür aber auch mehr Gefahr lauert.

Armel Le Cléac'h vermeldete in seiner Videobotschaft am Wochenende: "Da sind wir. Es wird kalt. Ich trage nun meine Wintermütze und habe mein T-Shirt durch eine Fleece-Jacke ersetzt. Ich stoße an diesem Sonntagabend mit heißem Tee mit euch an. Cheers!" Die ersten Vendée-Globe-Bravehearts sind im sagenumwobenen Südpolarmeer angekommen, wo die Seelen verstorbener Seeleute angeblich in Albatrossen weiterleben, wo Wellen sich zu Bergen auftürmen, ganze Minenfelder von abgebrochenen Eisbergstücken lauern und die Farbe Grau den Alltag prägt.

Gabarts "Macif"
Fotograf: © Vincent Curutchet / Macif

Massive Leistung: "Golden Boy" François Gabart und sein Open 60 "Massif"

Während der Hatz in Richtung Kap der Guten Hoffnung sind auch die ersten Rekorde gefallen: Zunächst überboten François Gabart und sein Open 60  "Macif" das von Alex Thomson vor neun Jahren aufgestellte 24-Stunden-Etmal mit 482,91 Seemeilen um 14,19 Seemeilen. "Ich habe dabei von perfekten Bedingungen profitiert", vermeldete Gabart fröhlich. "Wir konnten uns in ruhiger See genau vor einer Front positionieren und hatten zwischen 20 und 30 Knoten Wind. Es war extrem angenehm, so schnell zu segeln, ohne an die Grenzen zu gehen." Die Antwort des ehemaligen Rekordhalters Thomson kam postwendend per E-Mail an die britische Tageszeitung "The Independent": "Ich habe diesen Rekord fast zehn Jahre gehalten und damit gerechnet, dass er in diesem Rennen gebrochen wird. Ich freue mich sehr, dass der Rekord nun bei seiner ersten Vendée Globe an François geht."

Jean-Pierre Dick und sein Konkurrent, der Albatross
Fotograf: © Y. Zedda / Virbac-Paprec Sailng Team

Angekommen im Land der Albatrosse und einen neuen 24-Stunden-Rekord aufgestellt: Jean-Pierre Dick

Die Freude der beiden aber währte nicht lange, denn wenige Stunden später legte Jean-Pierre Dick die Latte noch höher, absolvierte mit "Virbac Paprec 3" 502,43 Seemeilen in 24 Stunden. Dicks Rekord wird in der Fachwelt hoch eingestuft, denn er überbietet auch die im Barcelona World Race 2007 aufgestellte Zweihand-Bestmarke von Alex Thomson und Andrew Cape (501,3 Seemeilen). Lediglich Jean-Pierre Dick selbst und sein Co-Skipper Loïck Peyron waren im Barcelona World Race 2011 mit 506,33 Seemeilen noch etwas schneller unterwegs.

Am Montagnachmittag könnte der nächste Rekord für die schnellste Passage von Les Sables d'Olonne zum Kap der Guten Hoffnung fallen.

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