Regatta-News

Noch ist alles offen

02.02.2005 Michael Good, Fotos: oc vision, B. Stichelbaut Offshore Challenges, - Ellen MacArthur

Fotograf: © oc vision

Ein mächtiges Hochdruckgebiet über Westeuropa blockiert vorerst die Rekordfahrt der "B&Q". Danach gibt's für Ellen MacArthur wieder mehr Wind - jedoch genau auf die Nase!

Derzeit hat Ellen drei Tage und zehn Stunden oder rund 850 Seemeilen Vorsprung auf den noch gültigen Rekord des Franzosen Francis Joyon ("Idec") aus dem letzten Jahr. Zur Stunde hämmert der Trimaran "B&Q" noch mit gut 16 Knoten Speed in Richtung Ziel. Dabei profitiert Ellen MacArthur von einem mächtigen Hochdruckgebiet westlich der britischen Inseln.

Doch gerade dieses wird der kleinen Engländerin mit Sicherheit noch richtig zu schaffen machen. In den kommenden Stunden nämlich werden die Windgeschwindigkeiten auf dem Weg Richtung europäisches Festland drastisch zurückgehen. Ellens Wetterberater Meeno Schrader gegenüber der YACHT: " Ab Freitagabend bis Samstagabend rechnen wir nur noch mit zwischen 0 und 8 Knoten Wind."

Fotograf: © B. Stichelbaut Offshore Challenges
"B&Q"

Die vom Wetterteam jüngst berechnete Zielankunft vom kommenden Montag, 7. Februar scheint angesichts der aktuellen Wetterentwicklung über dem östlichen Atlantik nicht mehr gesichert zu sein. Dennoch hat Ellen ein vermeintlich beruhigendes Reservepolster: Für die verbleibende Distanz von 1.300 Seemeilen bis zur virtuellen Ziellinie zwischen Ushant (Frankreich) und Lizard Point (England) würde MacArthur rein rechnerisch ein Durchschnittspeed von 8,3 Knoten (VMG) ausreichen, um die Bestmarke von Joyon zu unterbieten.

Nach den neuesten Wettermodellen sollen auf Ellens Route ab kommenden Sonntag die Winde wieder stark auffrischen (bis 32 Knoten) und in der Richtung nach Nordosten drehen. Das allerdings hätte wiederum zur Folge, dass Ellen die allerletzte Strecke vielleicht sogar aufkreuzen müsste - gegen einen Sturm. Denkbar schlechte Bedingungen also für den 75-Fuß-Trimaran "B&Q" und neues Potenzial für Bruch an Bord.

Meeno Schrader gibt sich dennoch optimistisch und würde für seinen Schützling heute sogar eine Wette eingehen: "Aus meteorologischer Sicht müsste dem Rekord nun eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Einzig ein Schaden an Bord könnte Ellen noch stoppen!"

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