Jules Verne Trophy
Noch drei Tage bis Kap Hoorn
Es ist eine Flucht: Im Süden des grünen Tris zieht ein kräftiges Sturmtief durch, das die Crew dem Boot ersparen wollte. Seit Sonntag sind sie deshalb auf nordöstlichen Kurs gegangen und wieder weit nach Norden gesegelt. Der längere Weg zum Kap Hoorn hat Franck Cammas fast die Hälfte seines Vorsprungs gekostet.
Waren es am Samstag noch rund 550 Seemeilem, die das Team vor der Rekordfahrt von Bruno Peyrons "Orange II" lag, so sind es heute Mittag nur noch 275 Seemeilen.
Es ist ein bisschen so, als habe das Team "die Seuche", wie es in Sportlerkreisen so schön heißt: erst die lange Flautenperiode nach dem Äquator, die fast zwei bis drei Tage kostete. Dann verpassten sie im Southern Ocean westlich der Kerguelen zweimal den Anschluss an eine Tieffront, mit der sie gen Osten fahren wollten. Jetzt das Sturmtief. Erst morgen soll es schrittweise nach Süden abdrehen, sodass "Groupama 3" wieder halsen und auf direkten Kurs in Richtung Kap Hoorn gehen kann. Die Passage der Landmarke wird beim derzeitigen Speed Donnerstagvormittag erwartet.
Allmählich wird klar, dass die Referenzzeit des Mega-Kats "Orange II" mehr wert ist, als manche dachten. Zwar mag das Boot ein etwa 10 bis 20 Prozent geringeres Geschwindigkeitspotenzial haben, doch offenbar hatte Bruno Peyron auf vielen Abschnitten der Strecke auch gute Bedingungen vorgefunden. Nun dürften Cammas und sein Team vor allem auf den Rückweg vom Kap Hoorn bis zum Äquator hoffen. Denn damals hatte der derzeitige Rekordinhaber (50 Tage, 16 Stunden) einige Tage mit extrem wenig Wind.










