Barcelona World Race

"Neutrogena" auf der Zielgeraden

08.04.2011 Johannes Erdmann, Fotos: Manuel Medir / barcelonaworldrace.org, barcelonaworldrace.org - Im Rennen um die Welt sind für Boris Herrmann und Ryan Breymaier die letzten 500 Seemeilen angebrochen. Sonntag werden sie im Ziel erwartet.

"Neutrogena" am Wind
Fotograf: © Manuel Medir / barcelonaworldrace.org

"Neutrogena" am Wind

Seit gestern Abend liegt Gibraltar achteraus. Die Passage gegen den Wind durch die Meeresenge verlief sehr viel schneller, als erwartet. Im Gegensatz zur Ausfahrt am 4. Januar, während der sie sich mit Flaute und Gegenströmung herumplagen mussten, einen ganzen Tag lang auf der Stelle segelten während die Konkurrenz vorbei zog. Das kostete Kraft und Nerven. Doch auch jetzt, bei viel Gegenwind (bis 48 Knoten), war die Passage kein leichtes Spiel.

“Wir sind durch", twitterte Boris Herrmann gestern Abend, "Es war ein Kampf. Den ganzen Tag musste ich einen Helm tragen. Jetzt sind wir im Mittelmeer. Ein großer Schritt für uns." Die letzten Meilen bis zurück nach Barcelona erwarten sie wechselnde Winde. Das Mittelmeer ist unberechenbar. "Normalerweise sollte das in 2,5 Tagen zu schaffen sein", kommentiert Herrmann. Damit würden sie Sonntagnachmittag nach exakt 100 Tagen das spanischen Festland betreten. Zu den Gefühlen kurz vor der Rückkehr schrieb Herrmann: "Ich bin aufgeregt und ruhig zugleich. Die Ruhe kommt wahrscheinlich ich von der Erschöpfung."

Pachi Rivero und Antonio Piris auf "Renault"
Fotograf: © barcelonaworldrace.org

Pachi Rivero und Antonio Piris auf "Renault"

Die Ankunft der "Neutrogena" in Barcelona wird mitsamt der Pressekonferenz einige Stunden lang auf der Website des Rennveranstalters (www.barcelonaworldrace.org) per Livestream zu sehen sein. Über den genauen Sendetermin werden wir über Facebook informieren.

In den frühen Morgenstunden ist heute "Renault" in Barcelona eingelaufen. Damit konnten sich Pachi Rivero und Antonio Piris den letzten Podiumsplatz sichern. "Den beste Moment des Rennens erlebten wir gestern", sagte Piris kurz nach der Ankunft, "als uns bewusst wurde, dass es unmöglich ist, den dritten Platz noch zu verlieren. Seit Neuseeland war es eine sehr stressvolle zweite Hälfte des Rennens, denn wir belegten eine gute Position und wollten sie unbedingt verteidigen. Wir hatten viel Druck, weil die Schiffe hinter uns ziemlich gute Arbeit leisteten. Gestern hatten wir dann weniger Meilen bis ins Ziel, als zum nächsten Schiff hinter uns – und konnten zum ersten Mal entspannen."

"Renault" bei Ankunft in Barcelona
Fotograf: © barcelonaworldrace.org

"Renault" bei Ankunft in Barcelona

"Estrella Damm" wird in der kommenden Nacht zwischen ein und drei Uhr früh erwartet. 

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