America's Cup
Mastbruch bei Team Germany
"Das ist ein großer Mist", kommentierte der Technische Direktor Eberhard heute morgen gegenüber YACHT online das gestrige Desaster. Der Mast brach während des Nachmittags-Trainings auf dem alten Boot GER 72. Ein Stummel von etwa sechs Metern Länge blieb erhalten, die Bruchstelle lag ungefähr auf Höhe der ersten Saling.
Das deutsche Team trainierte in einer Mini-Round-Robin gegen Mascalzone Latino und Shosholoza. Bei rund zwölf Knoten Wind gab es kurz vor der Luvtonne einen Knall, gerade als der Spinnakerbaum angebaut werden sollte, und der Mast kam von oben. Durch ein Want getroffen machte Crewmitglied Tim Daase einen Salto rückwärts ins Wasser. Ernsthaft verletzt wurde niemand.
Mit einer Motorflex wurden die Wanten durchtrennt, es gelang aber nicht, das abgebrochene Maststück zu sichern. Es ging auf 40 Meter Tiefe. Heute Morgen wurde mit zwei Tauchern versucht, das Maststück zu bergen. Der Versuch misslang, weil einem Taucher schwindelig wurde.
Für das Team bedeutet der Mastbruch einen deutlichen Rückschlag im Optimierungsprogramm. "Das ist ein großer Mist", sagte der Technischer Direktor Eberhardt Magg. Der Ärger war seiner Stimme deutlich anzumerken. Bei dem gebrochenen Mast handelt es sich um einen ehemaligen des Teams Prada, der vom deutschen Team weiterentwickelt wurde. "Er war rund 100 Kilo leichter als beim vergangenen Cup", so Magg. "Alle Daten, die wir von der GER 72 haben, basieren auf diesem Mast." Mit diesen Daten sollte die Geschwindigkeit des neuen Bootes GER 89 eingeschätzt und optimiert werden. "Es gibt zwar noch einen Ersatzmast für das alte Boot, das am Freitag voraussichtlich wieder einsatzfähig sein wird", so Magg, "dieser ist jedoch schwerer, hat ein anderes Biegeverhalten und die Segel sind nicht für diesen optimiert."
Wie weit der Mastbruck das deutsche Team in der Entwicklung zurückwirft, konnte der Technische Direktor noch nicht einschätzen.










