Barcelona World Race

"Mapfre" erreicht als zweite Barcelona

05.04.2011 Jochen Rieker, Fotos: BWR - Iker Martinez und Xabi Fernandez haben es geschafft. Den 49er-Cracks und Volvo-Ocean-Racern gelingt der erste große Erfolg bei den Open 60s.

Iker Martinez und Xabi Fernandez im Ziel
Fotograf: © BWR

Iker Martinez und Xabi Fernandez im Ziel

Auf Rang zwei schlichen sie heute um 11.23 Uhr über die Ziellinie vor dem W-Hotel an der Uferpromenade von Barcelona, begleitet von einer ansehnlichen Fan-Armada. Die letzten Stunden schienen sich bei 3 Knoten Geschwindigkeit endlos hinzuziehen. Aber sie brachten auch Ruhe vor dem Jubelsturm.

Zwar blieben Iker Martinez und Xabi Fernandez der Triumph verwehrt, als erste Spanier in der von Franzosen dominierten Imoca-Klasse bei einer Weltregatta zu gewinnen. Dennoch lieferten sie eine beeindruckende Vorstellung ab.  94 Tagen 21 Stunden 17 Minuten und 35 Sekunden brauchten sie für die Nonstop-Weltumsegelung, einen Tag länger als die Sieger.

Mit ihrer "Mapfre", dem ehemaligen Vendée-Siegerboot von Michel Desjoyeaux, waren sie von Beginn an leicht unterlegen. Das Boot der vorigen Generation ist zwar erprobt, aber nicht ganz so schnell wie die neuesten, noch leichteren Konstruktionen. Trotzdem konnten die Lokalmatadore, die in Spanien Star-Status genießen, das Rennen gegen die überlegene "Virbac-Paprec 3" von Jean-Pierre Dick und Loick Peyron über weite Strecken eng halten. 

Ihre Duchschnittsgeschwindigkeit, gemessen an den tatsächlich gesegelten Meilen, betrug 12,6 Knoten – nur unwesentlich langsamer als die der Sieger. Nicht zuletzt ihre exzellenten Fähigkeiten als Steuerleute machte sie wettbewerbsfähig. Viele Experten halten insbesondere Iker Martinez für einen der besten Einrumpf-Piloten, die es derzeit gibt. Auch Loick Peyron zollte ihnen seinen Respekt: "Der Druck von "Mapfre" in der zweiten Hälfte des Rennens war sehr schwer für uns", sagte er gestern nach der Zielankunft.

Das Ende sehnten die schnellen Spanier dennoch seit Wochen herbei, so knapp war ihre Proviant kalkuliert. Wegen der Eistore im Südmeer, die relativ weit nördlich lagen und den Kurs verlängerten, mussten sie schon seit dem Pazifik ihr Essen rationieren. Ein Tag vor der Zielankunft aßen sie die letzten Reste. Auch ihr Vorrat an Diesel war komplett aufgebraucht. "Wir mussten die Instrumente abschalten, um die Batteriekapazität bis ins Ziel zu schonen", ließ Iker gestern wissen. Und appellierte an sein Team: "Bringt Essen!" Derart ausgepumpt und ausgemergelt kamen sie in Barcelona an, dass ihr Physiotherapeut vorgab, was sie als erstes zu sich nehmen sollten.

Diese Erfahrung werden auch andere Teams noch machen, allen voran Boris Herrmann und Ryan Breymaier auf der an Position fünf segelnden "Neutrogena". Die beiden Rookies hatten, als Iker Martinez und Xabi Fernandez durchs Ziel trieben, noch 1000 Seemeilen vor sich. Sie werden Sonntag oder Montag in Barcelona erwartet. Und für sie gilt, sollten sie es schaffen, das Gleiche wie für die zweitplatzierte "Mapfre"-Crew: großes Rennen, großer Erfolg! 

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