Regatta-News

MacArthur: Alle Systeme an Bord wieder normal, neuer Rekord in Sicht

15.12.2004 Matthias Beilken, Fotos: I. Wilkins DPPI / Offshore Challenges - Die Engländerin kann sowohl die Watermaker als auch den Ersatzgenerator wieder zuverlässig nutzen. Joyons Bestzeit vom Start nach Kapstadt wackelt jetzt

Fotograf: © I. Wilkins DPPI / Offshore Challenges
"B&Q"

Die nächtliche Bastelei und die Gefährdung der ganzen Reise muss sehr geschlaucht haben. Sprach aus den letzten Meldungen noch tiefe Verzweiflung, ist die aktuellste heiter.

"Ich habe fast zwei Stunden am Stück geschlafen. Dann hat Ellen sich wieder gefunden - und die Schönheit der See. Der Ärger der letzten Tage scheint meilenweit weg. An Bord ist alles unter Kontrolle, und wir fahren nach Süden." Das Wort "Süden" hat sie in Großbuchstaben geschrieben. Als wenn es eines Beweises bedürfe, dass Autosuggestion wirkt. Offensichtlich hat MacArthurs Tagesmotto "Sleep more, suffer less" ihr die angestammte gute Laune wiedergegeben.

Beide Watermaker hat sie in Konferenzgesprächen mit ihrer Shorecrew wieder hingekriegt. Das Problem habe bei den Wassereinlässen gelegen. Von den zwei Generatoren auf "B&Q" läuft zwar nur das Ersatzsystem. Das jedoch besser als vorgestern, als die große Hitze im Motorraum (der Trimaran hat aufgrund des hohen Freibordes des Mittelrumpfes ein begehbares Schapp unterhalb des Navisitzes) schon einzelne Kabel ansengte - trotz offener Schapptür.

Die Temperatur dort stieg auf fast 50 Grad Celsius, und gefährliche Abgase stiegen hinauf in Ellens "Hauptkabine", die eher ein Kabinchen ist. Jetzt saugt der Generator die Luft, der er zum Kühlen benötigt, aus der Segellast im Vorschiff. Bedeutet, dass er nicht mehr so heißläuft und dass die Klappe zum Schapp fortan geschlossen bleiben kann.

Weil "B&Q" kurz vor Erreichen des 40. Breitengrades steht (Ellen berichtete von der grauen Schönheit der Insel Tristan da Cunha, die sie in Sicht hatte), hat die Engländerin die Kabine noch einmal kräftig gelüftet und etwaige Abgase in die Atmosphäre entlassen. Denn wenn bald der Southern Ocean auf dem Programm steht, wird es nicht mehr möglich sein, die Luken zu öffnen.

Noch etwa 1.000 Meilen muss sie bis zum durch Kapstadt laufenden Längengrad zurücklegen. Anderthalb Tage noch hat sie dafür Zeit, möchte sie an der Grenze zum Indischen Ozean schneller ankommen als ihr virtueller Gegner Francis Joyon auf "Idec". Das schafft sie lässig, meinen Experten. Und sie meint das auch.

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