Class 40

Kurs verkürzt, Schwerwetter im Anzug

25.05.2011 Johannes Erdmann, Fotos: Jean-Marie Liot / NCR, Normandy-Race.com, Sea Events / Windquestsailing.com, windquestsailing.com - Halbzeit im Normandy Channel Race ist erreicht. Wegen eines Tiefdruckgebiets strich die Rennleitung den Fastnet Rock von der Wegepunktliste

"Port de Caen Oistreham" – führendes Schiff
Fotograf: © Jean-Marie Liot / NCR
"Port de Caen Oistreham" – führendes Schiff

Der tiefrote Kreis auf der Wetterkarte, der von den Azoren Richtung Irland zieht, verheißt ganz und gar nichts Gutes. Zwischen 40 und 45 Knoten (acht bis neun Windstärken) werden morgen früh am Fastnet Rock an der irischen Südwestküste erwartet. Zu viel für einen sicheren Rennverlauf, dessen ist sich die Rennleitung sicher. Als nun die Crew der "Spliff" ihren Ausstieg aus dem Rennen bekanntgab, weil sie die Bedingungen für "zu gefährlich" empfindet, strich man den berüchtigten Felsen von der Kurslinie, und die Rennleiterin Sylvie Viant informierte per E-Mail alle Skipper, dass sie nach Runden des Tuskar-Felsens den Rückweg zum europäischen Festland antreten können.

Wetterkarte mit herannahendem Tiefdruckgebiet
Fotograf: © Normandy-Race.com
Wetterkarte mit herannahendem Tiefdruckgebiet

Axel Strauss berichtet darüber in seinem Blog: "Wir haben um die Mittagszeit von der Änderung erfahren und waren ein wenig enttäuscht. Anstatt einen sauberen Anlieger in 30 bis 35 Knoten Wind entlang der irischen Südküste zu fahren, müssen wir nun wieder hoch am Wind zurück nach Land's End knüppeln. Das finde ich nicht so cool – aber es ist, wie es ist." Strauss liegt mit seiner "Tzu Hang" auf Platz sieben, 31,6 Seemeilen von der Spitze entfernt. Nach drei Tagen auf See haben sich er und sein Co-Skipper Nicolas Boidevézi an das Bordleben gewöhnt: "Wir konnten sogar etwas Schlaf finden, zwischen dem Routing, Trimmen und Steuern. 'Red' ist immer noch in der Nähe, etwas leewärts. Das ist schön." Heute früh ergänzte er: "Schweinekalt hier. Elf Grad am Wind mit Windchill und die Feuchtigkeit erzeugen leicht arktische Gefühle. Grüße an alle im warmen Bett. Das hat schon einiges für sich. Der Himmel beginnt sich zuzuziehen und der Wind nimmt zu. Bald Zeit für ein Reff."

Strauss' "Tzu Hang" im Surf
Fotograf: © Sea Events / Windquestsailing.com
Strauss' "Tzu Hang" im Surf

Etwas näher an der Führungsspitze segelt Jörg Riechers mit Co-Skipper Etienne David. "Mare.de2" liegt auf Platz vier, nur 5,2 Meilen von der Führenden "Port de Caen Oistreham" entfernt. Boris Herrmann und Mathias Müller von Blumencron halten weiterhin den achten Platz, 1,8 Seemeilen hinter "Tzu Hang". Die Frauencrew, Hannah Jenner und ihre deutsche Co-Skipperin Anna-Maria Renken, an Bord der "40 Degrees" liegen dagegen deutlich zurück. 92,1 Seemeilen trennen sie von der Spitze, 16 Meilen zur auf dem zehnten Platz segelnden "Gryphon Solo 2".

Foto von Bord der "Tzu Hang"
Fotograf: © windquestsailing.com
Foto von Bord der "Tzu Hang"

100 Seemeilen hinter ihnen segelt nur noch "Ocean Eleven" als Schlusslicht der Gruppe. Vier Yachten sind bereits ausgeschieden. Besonders bitter war gestern eine Kollision der "Marie Toit - Caen La Mer" mit Michael Kleinjans und Marc Lepesqueux. Sie hatten in Führung liegend ein von einem Schlepper gezogenes Rohr gerammt und dabei ihr Ruder beschädigt. Wasser drang glücklicherweise nicht ins Schiff, daher konnten sie langsam nach Belgien ablaufen.

Verfolgen können Sie das Rennen auf dem Racetracker und der News-Seite.

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