America's Cup

Kein zweites Boot

26.06.2006 Carsten Kemmling - Am Ruhetag beim Act 12 in Valencia verkündet United Internet Team Germany, dass es bei dem einen Neubau bleibt.

Auf dem Medientag des United Internet Team Germany in Valencia erklärte Syndikatschef Michael Scheeren der anwesenden Presse: „Wir bauen kein zweites Boot.“ Als Begründung gab er an: „Es ist für uns wichtiger, unsere sämtlichen Kapazitäten in die Optimierung unserer neuen Yacht "Germany I" zu stecken.“

Das neue Boot, das derzeit für weitere Tests in Kiel liegt, wird Anfang August nach Valencia gebracht. Ab dann beginnt die heiße Trainingsphase, in der Skipper Jesper Bank und sein Team den Cupper optimal einstellen wird, um ihn pünktlich zum Louis Vuitton Act 13 im April 2007 an die Startlinie zu führen.

Das Management des United Internet Team Germany (UITG) sprach damit eine Entscheidung aus, die eigentlich schon vor Wochen gefallen war, als sich das Zeitfenster für einen möglichen zweiten Neubau schloss.

Für viele Beobachter ist diese Nachricht eine Enttäuschung, weil der Bau eines zweiten Bootes ein positives Signal auf eine mögliche Folgekampagne wäre. Würde man mit aller Kraft auf die nächste Herausforderung zusteuern, so wäre es logisch, die beiden möglichen Boote in einem Cup-Zyklus zu bauen. Das würde den Lernprozess des Designteams deutlich verbessern.

Zum Thema Folgekampagne schlug Michael Scheeren auch eher leise Töne an: „Sicher spielt der Austragungsort des kommenden America´s Cups eine
Rolle bei der Entscheidung.“ Soll heißen, wenn der Cup zum Beispiel zurück nach Neuseeland geht, wird es kaum ein weiteres Engagement von United Internet geben. Aber das gilt sicher auch für viele anderen Syndikate.

Andereseits ist noch nicht sicher, dass mit den Booten der America´s Cup Klasse weiter gesegelt wird. Der neue Cupgewinner wird darüber zu entscheiden haben. Darüber hinaus hat zum Beispiel die GBR Challenge Kampagne beim vergangenen Cup gezeigt, dass es tatsächlich auch problematisch sein kann, ein zweites neues Boot in Fahrt bringen zu müssen. Es würde sehr viele Ressourcen binden.

Deshalb will sich das Team jetzt ausschließlich um die Optimierung der „Germany I“ kümmern, die auch weiterhin so genannt werden darf. Der Rechtsstreit mit der Friendship Racing Division, die eine Namensrechtsverletzung hatte geltend machen wollen, war in der vergangenen Woche von den UITG-Anwälten gewonnen worden.

Der Act 12 wird morgen mit den Flights 9 und 10 fortgesetzt. Dann warten Victory Challenge und +39 auf das deutsche Team. Besonders gegen die Italiener besteht eine reelle Chance für den ersten Sieg.

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