Jules Verne Trophy

Kein Rekord? Trotzdem Vollgas!

04.01.2016 Andreas Fritsch, Fotos: IDEC/DPPI/J. M. Liot - Das Team von "Idec Sport" mit dem Deutschen Boris Herrmann entscheidet sich dafür, bis zum Ziel nicht vom Gas zu gehen – trotz Sturm

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Fotograf: © IDEC/DPPI/J. M. Liot

"Die Jungs wissen gar nicht, wie man eine Sache gemütlich angeht", witzelte Francis Joyon von Bord seines roten Maxi-Tris. Gemeint ist, dass – obwohl der Jules-Verne-Rekord nicht mehr zu schlagen ist – sein Team Vollgas weitersegelt. Im Laufe der letzten 24 Stunden war "Idec Sports" Speed selten unter die 35 Knoten gesunken, dafür immer öfter über 40 und einige Male sogar an die 45 Knoten. Nur leider noch immer nicht direkt in Richtung Ziel, da das Team einen gewaltigen Umweg nach Nordwesten machen muss, um das zurzeit riesige Azorenhoch zu umfahren. 

"Sind wir da herum, geht es direkt in den nordwestlichen Luftstrom der Tiefs über dem Nordatlantik. Dann hängt unsere Performance vom Seegang dort ab", so der Bretone. Das Team will nicht das Tempo rausnehmen, wie es die Crew von "Spindrift 2" seit etwa eineinhalb Tagen getan hat, um dem schlechten Wetter bestmöglich aus dem Weg zu gehen. Man möchte zumindest noch die Zeit von Franck Cammas unterbieten, der 2010 die Jules Verne Trophy mit demselben Boot segelte – er brauchte damals 48 Tage und 7 Stunden. Wollen Boris Herrmann und seine fünf Crew-Kameraden dies unterbieten, müssten sie bis etwa Samstag am späten Vormittag die Ziellinie passieren. Dies scheint machbar, das Team rechnet derzeit mit einem ETA im Laufe des Freitags. 

Ein Spaziergang wird das aber nicht, schon seit Tagen wird die Küste vor der Bretagne und besonders die Biskaya von Wind mit bis zu 60 Knoten Wind heimgesucht. Auch für diese Woche sind starke Stürme vorhergesagt. Die See dürfte dort enorm sein. Selbst für ein so riesiges Boot kein Zuckerschlecken, besonders mit nur sechs Mann Besatzung an Bord. 

Mittlerweile hat "Idec Sport" "Spindrift 2" fast eingeholt und dürfte heute im Laufe des Tages den schwarz-goldenen Tri  achteraus lassen. Das Team von Yann Guichard und Dona Bertarelli lässt es wohl auch wegen ihres angeschlagenen Tris langsam angehen: Das abgebrochene Backbordschwert und eine Delamination am Mast sind offenbar ein Grund dafür. 

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