Kieler Woche

Kein Pardon für den Hoffnungsträger

20.06.2012 Tatjana Pokorny, Fotos: @okpress/KielWeek2012, onEdition, segel-bilder.de - Der Laser-Krimi ist entschieden: Philipp Buhl hat Simon Grotelüschen kurz vor dessen Olympiastart noch einmal in die Schranken gewiesen

Philipp Buhl Kieler Woche Tag 1
Fotograf: © @okpress/KielWeek2012

Happy End nach der Niederlage gegen Simon Grotelüschen 2011: Die Neuauflage des Krimi-Duells der Laser gewann Philipp Buhl

Philipp Buhl hat sich erfolgreich für seine im vergangenen Jahr an gleicher Stelle erlittene Niederlage revanchiert und Olympiastarter Simon Grotelüschen bei der Kieler Woche besiegt. Im umkämpften Medaillenrennen profitierte Buhl von einem taktischen Fehler seines Kontrahenten. Grotelüschen lag zunächst in Führung, deckte Buhl dann aber nicht konsequent und sollte das schnell bereuen. Der Bayern-Express mit dem Spitznamen "Mr. Other Side" nutzte seine Chance, übernahm die Führung und lieferte sich bis ins Ziel ein packendes Duell mit dem Australier Ryan Palk, das der Deutsche mit einer halben Bootslänge Vorsprung gewann.

Philipp Buhl
Fotograf: © onEdition

Dieses Mal triumphierte er: Philipp Buhl gewann die Kieler Woche im Laser

Mit geballten Fäusten und strahlendem Lächeln feierte Philipp Buhl seinen süßen Triumph auf dem Wasser. Der 22-Jährige, der dem 25 Jahre alten Grotelüschen in der nationalen Olympiaqualifikation unterlag, gilt schon jetzt als große Olympiahoffnung für 2016. Buhl sagte: "Ich bin megahappy, dass es nach dem Duell im letzten Jahr dieses Mal so herum gelaufen ist. Wenn man Simon schlagen kann, dann ist das was wert! Ich wünsche mir und vor allem Simon aber, dass ich in diesem Jahr der Letzte war, der ihn schlagen konnte." So wünschte Buhl Grotelüschen auf seine Art eine Medaille bei den Olympischen Spielen. Die beiden Lasersegler haben sich in den vergangenen Jahren Bug an Bug zu immer größeren Erfolgen angetrieben und werden bis zu den Olympischen Spielen gemeinsam im Olympiarevier vor Weymouth trainieren. Doch zunächst bleibt Buhl der Kieler Woche noch ein paar Tage treu und startet mit Adalbert Netzer auch im zweiten internationalen Teil der Woche im Flying Dutchman. 

Schadewaldt/Baumann
Fotograf: © segel-bilder.de

Zweiter Kieler-Woche-Sieg in Folge: Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann im 49er

In den nur sechs zum 130. Geburtstag der Kieler Woche ausgetragenen olympischen Disziplinen gab es in diesem Jahr vier deutsche Siege. Vor allem die Olympiastarter tankten mit ihren Erfolgen ein letztes Mal Selbstbewusstsein. Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann gewannen das Weltcup-Finale vor ihrer Haustür, obwohl sie im Medaillenrennen vor dem Strandbad in Strande auf Grund liefen. Dank furioser Aufholjagd reichte es dennoch zu Rang drei im Finale und zum zweiten Kieler-Woche-Sieg in Folge. Erstmals siegte bei der weltgrößten Regatta die neuformierte Berliner Crew Annika Buchmann und Elisabeth Panuschka vor Tina Lutz und Susann Beucke. Auch die Olympiastarter Ferdinand Gerz und Patrick Follmann aus München gehen mit ihrem ersten Kieler-Woche-Sieg im Gepäck auf Olympiakurs. Steuermann Gerz sagte: "Dieser Sieg gibt uns ein sehr gutes Gefühl auf dem Weg nach Weymouth."

DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner lobte die DSV-Flotte, auch wenn die Felder im olympischen Jahr traditionell schwach besetzt waren: "Diese Leistungen haben Freude, Hoffnung und Lust auf mehr gemacht." 

In der Paralympics-Disziplin 2.4mR musste Heiko Kröger mit Platz drei zufrieden sein, beendete die Kieler Woche aber nach schwachem Auftakt mit Optimismus: "Es geht aufwärts, ich komme der Weltspitze wieder näher. Aber bis zu den Paralympics wartet noch viel Arbeit auf mich."

Packende Rennen lieferten sich auf der Seebahn die 17 Teilnehmer der Deutschen Seesegel-Meisterschaft Inshore in ORC III + IV. Während in ORC I und ORC II mangels Masse "nur" eine deutsche Bestenermittlung ausgerichtet werden konnte, die Jochen Schümanns "All4One" (ORC 1) und die schwedische "Team Arken Zoo" mit Patrick Forsgen (ORC II) gewannen, ging es im Titelkampf der kleineren Boote zur Sache. Den Sieg im Feld von 17 Yachten sicherte sich schließlich die "RubiX" mit Steuermann Max Gurgel und einer jungen Nachwuchsmannschaft vom Hamburger Segel-Club vor "Patent3" mit Jens Tschentscher und Oliver Leus "Blond".

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