America's Cup
Jede Menge Action
Der abschließende Tag der Round Robin Serie in Valencia war an Spannung nicht zu überbieten. Denn es trafen die etwa gleichstarken Teams aufeinander. Wie eng es zuging zeigt die Tatsache, dass die Schiedsrichter allein im letzten Flight drei Strafen verteilten.
Für das deutsche Team verlief der Tag allerdings enttäuschend. Gegen die schwächeren Gegner passte diesmal der Bootspeed aber die Taktik nicht. Im Rennen gegen +39 konnte das deutsche Boot zwar nach einem sehr guten Start am Startschiff die frühe Kontrolle im Rennen übernehmen.
Aber kurz vor der Luvtonne, als sie die Italiener noch einmal zu einer Leewende zwingen konnten, hatten sie eine Kontrollposition, die ihnen die Führung an der ersten Marke hätte sichern können.
Anstatt den Gegner aus der Luvposition zu blockieren, wendete die Deutschen noch einmal nach rechts. Beim nächsten Aufeinandertreffen konnten die Italiener nach einer Linksdrehung des Windes vor den Deutschen passieren. Das Rennen war verloren.
Gegen China wäre es fast zu einem Drama gekommen. Zwar holten sich die Chinesen schon beim ersten Aufeinandertreffen (beim Dial Up) ohne Not einen Penalty ab, weil sie zu spät wendeten. Aber danach ging der Start für Jesper Bank deutlich verloren, als die Gegner kurz vor dem Start eine Überlappung herstellten und ihn zu einer Wende zwangen.
Kurz vor dem Startschiff musste er noch einmal wenden und so eröffnete er ohne Geschwindigkeit im Boot auf der falschen Seite der Linie das Rennen. Der Rückstand betrug 80 Meter. Danach konnten die Chinesen auf der Kreuz zwischenzeitlich auf mehr als 170 Meter ausbauen. Das hätte gereicht, den Strafkreis zu drehen und die Führung zu behalten. Aber sie entschieden sich zu warten.
Dann fand die deutsche Afterguard kurz vor der Luvtonne auf der linken Seite eine Winddrehung, die sie wieder auf gleiche Höhe brachte. Mit einem missglückten Luvmanöver luden die Chinesen, Bank zum Überholen ein. Es reichte aber knapp nicht für die Führung, weil der Wind so stark nach links gedreht hatte, dass der Vorwindkurs ein Anlieger zur Leetor war. Aber Team Germany war dran und eigentlich vor, weil die Chinesen noch mit dem Penalty belastet waren.
Aber dem von Franzosen dominierten Team verunglückte das Spibergemanöver völlig. Wohl in der Hoffnung, dass die Deutschen den Spi gleichzeitig bergen würden holten sie das Tuch zu früh herunter. Jesper Bank ließ die Blase lange stehen und die Crew holte sie mit einem hervorragenden Manöver in letzter Sekunde herunter, so dass sie in der Außenkurve überholen konnten und das Rennen sicher nach hause fuhren.
Wenig Spaß hatte auch Jochen Schümann heute auf dem Rennkurs. Das erste Duell gegen Team New Zealand ging für Alinghi ebenso klar verloren und wie das zweite gegen Luna Rossa, bei dem sich Alinghi einen Penalty in der Startphase einfing.
Aber auch das BMW Oracle-Team hatte wenig zu lachen. Mit 1:14 Rückstand wurde es von den Neuseeländern nachhause geschickt und verlor damit auch sein drittes Rennen gegen die Schwergewichte.
In der zweiten Division behielt Karol Jablonski knapp die Oberhand gegen die starken Schweden. Holmberg führte zwar, dann ging aber sein Spi in Fetzen und die Spanier holten sich mit dem Sieg den fünften Gesamtrang.
Äußerst spannend war das letzte Rennen zwischen Shosholoza und Mascalzone Latino, bei dem es um den Einzug in die zweite Division in der nächsten Runde ging. Shosholoza fing sich in der Vorstartphase einen Panalty ein und verpatzte auch noch den Start. Aber nach einer großen Aufholjagd gelang das Überholmanöver.
Auf der Ziellinie drehte das Team mit Tim Kröger den Strafkreis, aber es reichte nicht. Die Italiener segelten vier Sekunden eher durch das Ziel. Dennoch gelang der Sprung in die zweite Division, weil +39 gegen die Franzosen verlor. Damit gab es einen Gleichstand zwischen den Dreien, der sich dadurch auflöste, dass Schosholoza bei dem vergangenen Act besser war.
Allerdings hat +39 gegen diese Art des Tiebreaks Widerspruch erhoben. Die Entscheidung darüber wird erst morgen fallen. Deshalb sind die Halbfinalpaarungen in den Rennen nach dem morgigen Ruhetag nur vorläufig. Die Rennen werden nach dem Modus „two wins first“ ausgetragen.
1. Division
Team New Zealand hat BMW Oracle als Gegner gewählt
Alinghi — Luna Rossa
2. Division
Desafio Espanol hat Shosholoza als Gegner gewählt
Victory Challenge — Mascalzone Latino
3. Division
Areva Challenge hat China Team gewählt
+39 — United Internet Team Germany
Die Sieger in den jeweiligen Halbfinals segeln den Sieg in der Division aus. Die Verlierer segeln jeweils ein kleines Finale.
Ergebnisse
Flight Ten
1
Victory Challenge beat Areva Challenge
DELTA 01:33
2
Desafío Español 2007 beat China Team
DELTA 00:45
3
+39 Challenge beat United Internet Team Germany
DELTA 00:21
4
BMW ORACLE Racing beat Mascalzone Latino Capitalia
DELTA 01:12
5
Luna Rossa Challenge beat Shosholoza
DELTA 01:57
6
Emirates Team New Zealand beat Alinghi
DELTA 01:12
Flight Eleven
1
Mascalzone Latino Capitalia beat Shosholoza
DELTA 00:04
2
Emirates Team New Zealand beat BMW ORACLE Racing
DELTA 01:14
3
Luna Rossa Challenge beat Alinghi
DELTA 01:13
4
Desafío Español 2007 beat Victory Challenge
DELTA 00:59
5
Areva Challenge beat +39 Challenge
DELTA 01:25
6
United Internet Team Germany beat China Team
DELTA 01:20










