Jules Vernes Trophy

In unter 40 Tagen um die Welt?

06.09.2012 Tatjana Pokorny, Fotos: tati - Frankreichs Hochseeheld Loick Peyron war zu Gast in Hamburg: Yacht online sprach mit dem 52-Jährigen über den Profisegelsport von morgen

Loick Peyron
Fotograf: © tati

Wiedersehen mit der Elbe: Loick Peyron zu Besuch in Hamburg

Er nennt sich selbst einen Generalisten und ist mit tatsächlich mit fast allen Wassern gewaschen: Frankreichs Hochseesegel-Ikone und neuerdings auch America's-Cup-Vorkämpfer Loick Peyron war zu Gast in Hamburg und überraschte im Gespräch als Vor- und Querdenker des professionellen Segelsports von morgen.

Anlass für Peyrons Stippvisite in der Hansestadt war eine Präsentation seines Partners Corum. Doch zum Auftakt sprach Peyron weder über Uhren noch den Segelsport. Der Jules-Vernes-Rekordhalter erinnerte sich zunächst lieber an einen mehrwöchigen Hamburg-Aufenthalt mit seiner Familie. "Damals war mein Vater Kapitän eines zu seiner Zeit riesigen Tankers von etwa 300.000 Tonnen. Bei der Einfahrt in den Hafen von London wäre es fast zu einer Katastrophe gekommen. Mein Vater wollte London gar nicht anlaufen, hielt die Fahrrinne für zu klein. Doch die Kalkulationen des Ingenieurs sprachen dafür. Weil schließlich die Tide nicht mitspielte, lief der Supertanker dennoch auf und musste zur Reparatur nach Hamburg. Dorthin fuhren wir dann mit der ganzen Familie für ein paar Wochen, um meinen Vater in den Ferien zu sehen. Wann immer wir Zeit hatten, gingen wir segeln. Ich erinnere mich gut an die Alster. Es war eine sehr schöne Zeit."

Inzwischen ist aus dem damals achtjährigen Loick Peyron einer der bekanntesten Segler des Planeten geworden. Aktuell hält er den Weltrekord für die schnellste Umrundung des Planeten unter Segeln. Mit seiner Crew und dem Trimaran "Banque Populaire V" erreichte Peyron die Ziellinie am 6. Januar 2012 nach nur 45 Tagen und 13 Stunden. Doch damit, so Peyron, sei das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht: "Jeder Rekord ist schlagbar. Ich denke, dass in Zukunft Weltumseglungen in unter 40 Tagen möglich werden. Noch funktioniert es mit Flügelsegeln und Hydrofoils zwar nicht, doch das ist nur eine Frage der Zeit."

Aktuell gehört Peyrons Interesse dem America's Cup. Der bekennende Fan des neuen Mehrrumpf-Konzepts von Larry Ellison und Russell Coutts hat mit seinem Bruder Bruno das Team Energy gegründet, musste aber mangels Finanzkraft die Hoffnung auf einen Start im 34. America's Cup 2013 vor San Francisco begraben. Er arbeitet allerdings schon an einer Kampagne für die 35. Cup-Auflage und betrachtet das vorläufige Aus für die Franzosen als Investment und Zwischenschritt: "Sicher hätten auch wir es an die Startlinie geschafft, wenn die Verteidiger bei den kleineren 45-Fuß-Booten auch für den Cup selbst geblieben wären, statt auf die 72-Füßer zu wechseln. Doch mir ist wichtiger, dass die Marke America's Cup als Gipfel des Sports hochwertig bleibt. Und daran kann nun einmal nicht jeder teilnehmen. Wir werden aber in der America's-Cup-Weltserie weiter dabei sein und für unsere Teilnahme am übernächsten Cup arbeiten.

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