102. Fördewoche

Hohe Beteiligung am zweiten Wochenende

18.09.2012 Bendix Hügelmann, Fotos: Hajo Andresen - Gelungener Saisonabschluss für die Dickschiffe vor Flensburg: "Xenia" und "patent3" erfolgreich nach ORCi, "Shakti" holt Blaues Band

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Fotograf: © Hajo Andresen

Start zur Wettfahrt um den Flensburger Pilsener Cup und das Blaue Band der Flensburger Förde

Mit der Vergabe der traditionellen „Bänder“ für die schnellsten Yachten ging am Samstag die 102. Auflage der Flensburger Fördewoche zu Ende. Im Rahmen des „Flensburger Pilsener Cup“ bot die Flensburger Förde den Teilnehmern ideale Bedingungen, um die sportliche Saison 2012 ausklingen zu lassen. Nach einem eher verhaltenen Auftakt am vorvergangenen Wochenende entließ der zweite Teil der Traditionsveranstaltung die Seesegler dank reger Beteiligung, guter Organisation und natürlich spannender Rennen in den ORC- Klassen mit einem Lächeln in die Winterpause. Den Auftakt der dreitägigen Regattaserie am Donnerstag bildete der Hanseboot Cup. Moderate bis umlaufende Winde verlangten von den Crews der Wertungsklassen ORC-International und ORC-Club vor allem viel Geduld und starke Nerven. Am Ende des Tages eine dicke Überraschung: Sieger über alles wurde als kleinste Yacht des ORCi- Feldes die „Trophyfee“ der Eignergemeinschaft Holze/Schäfer. Das betagte Serienboot vom Typ „Sprinta Sport“ landete nach einer gesegelten Zeit von 08:33:59 nicht nur an der Spitze ihrer Wertungsgruppe, sondern konnte auch die Gesamtwertung aller ORCi Klassen für sich entscheiden. 

Frischer Wind am Freitag - "Uijuijui" im Tiefflug zur gedeckten Frühstücksplatte

Hatten am Donnerstag noch flaue Winde die Leichtwindqualitäten der Segler gefordert, zeigte sich die Flensburger Förde am Freitagmorgen von ihrer herbstlichen, frischen Seite. Für den Freitag war das zweite Mal in Folge der Hanseboot Frühstücks Cup ausgeschrieben worden, eine Kurzwettfahrt von maximal zehn Seemeilen Länge, deren Sieger einen Gutschein über ein ausgedehntes Frühstück im Flensburger Segel-Club oder wahlweise im Glücksburger Strandhotel erhalten würden. Bei frischen Winden um 5 Beaufort war es die Rainbow 42 „Uijuijui“ des Berliners Dr. Friedrich Hausmann, die im Rennen um die gedeckte Frühstücksplatte den Sack zumachte und die ORCi- Klassen über alles gewinnen konnte. 

Uijuijui
Fotograf: © Hajo Andresen

Im Rennen um das Frühstück nicht zu schlagen: Dr. Friedrich Hausmanns Rainbow 42 "Uijuijui"

Gute Beteiligung beim "17111 Transit Logistics Cup"

Der sportlichen Höhepunkt dieses 14. September stand mit dem 17111 Transit Logistics Cup jedoch noch aus: Eine herbstliche Distanzwettfahrt von 25 Seemeilen um die Fahrwassertonnen der Flensburger Innen- und Außenförde. Das Feld der nach ORCi-vermessenen Yachten hatte mit 22 Teilnehmern eine kernige Größe und bot sowohl bei den großen Klasse-1-Yachten als auch bei den kleineren der Klasse 2 bis 4 spannende Zweikämpfe bei anspruchsvollen Bedingungen. Sieger im Gesamtklassement nach ORCi wurde nach einem herausfordernden Segeltag die Xp44 „Xenia“ mit Ralf Lässig am Ruder. Auf den Rängen zwei und drei jeweils Yachten aus der Klasse ORCi 2 bis 4: Die X-332 Sport „Varuna Xpress“ von Kai Haupthoff vor der First 36.7 „halbtrocken“ von Knut Freudenberg. Abstand zwischen den beiden Kontrahenten: eine Sekunde. 

Xenia
Fotograf: © Hajo Andresen

Erfolgreich vor Flensburg: Die Xp44 "Xenia" von Dr. Bernhard Buchwald

Erfolgreicher Abschluss am Samstag - Flensburger Pilsener Cup mit neuem Format

Den traditionellen Abschluss der Flensburger Fördewoche bildet seit je her das Rennen um die Flensburger „Bänder“, welche im Rahmen der Mittelstrecke um den Flensburger Pilsener Cup vergeben werden. Hierbei handelt es sich um jährlich vergebene Wanderpreise für die schnellste an der Förde beheimatete Yacht (Blaues Band), die schnellste auswärtigste Yacht (Blau-gelbes Band) sowie den schnellsten Multihull (Gelbes Band). Als es am Samstag, dem 15. September, auf die Bahn gehen sollte, herrschte bereits vor dem Start emsiges Treiben im Hafenvorfeld des Flensburger Segelclubs. Eingepackt in mehrere Schichten Funktionswäsche und Ölzeug, rüsteten sich die Segler zur letzten Wettfahrt der 102. Fördewoche, was gleichbedeutend für viele die letzte Wettfahrt der Saison 2012 bedeuten würde. Der Sammelstart der großen Yachten brachte rund 40 Teams an die Startlinie, knackige Böen jenseits der 25 Knoten sorgten für eine adrenalingefüllte Startkreuz. Über die leicht bevorteilte linke Seite ging es gegen den strammen Westwind zur Luvtonne, bevor sich die Yachten unter Spinnaker/Gennaker auf den Weg zur Außenförde machten. Der böige, spitze Kurs machte den Crews sichtbar zu schaffen. Viele Yachten schossen in die Sonne und verloren bereits auf diesem frühen Kursabschnitt wertvolle Minuten. Die Regattaleitung hatte in der Außenförde zwischen Holnis und Bockholmwik erstmals ein zu absolvierendes Up & Down in die Mittelstrecke mit eingebaut, um den Verlauf der Regatta etwas spannender zu gestalten.

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Fotograf: © Hajo Andresen

Spitzer Spigang in Richtung Außenförde – für die "Miss-X" von Erich Mehrbach geht's erst mal in die Sonne.

„Eine gelungene Abwechslung“, wie Jürgen Klinghardt findet, der mit seiner „patent3“-Crew an die Erfolge des ersten Wochenendes anknüpfen konnte und in ORCi Klasse 2 bis 4 zu einem deutlichen Sieg fuhr. Dicht gefolgt von der X-332 Sport „Varuna Xpress“ von Kai Haupthoff und der dänischen X-37 „Hansen“ von Michael Møllmann fehlten den WM-Fünften von Helsinki am Ende berechnet knapp zwei Minuten, um in der Tabelle um den Gesamtsieg nach ORCi erneut an erster Stelle zu stehen. „Auf dem Weg raus aus der Innenförde, kurz vor der Pappelallee, ging es für uns ein Mal kräftig in die Sonne, da weiß man am Ende ganz genau, wo man die Zeit verloren hat“, so Klinghardt weiter. „Dennoch, Flensburg war in diesem Jahr wirklich eine gelungene Veranstaltung mit spannenden und vor allem fairen Rennen. Hinzu kam eine tolle Stimmung abends beim Hallenfest, ein sehr schöner Saisonabschluss.“ Siegreich in ORCi 1 und darüber hinaus auch über alles im Flensburger Pilsener Cup war wie am Vortag die Xp44 „Xenia“. Nachdem das Team um Eigner Dr. Bernhard Buchwald die ORCi-Weltmeisterschaft im finnischen Helsinki nach einer Verletzung an Bord hatte vorzeitig beenden müssen, gelang der Bremerhavener Crew ein versöhnlicher Abschluss mit der Saison 2012. 

"Shakti" verteidigt Blaues Band

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Fotograf: © Hajo Andresen

Die Rogers 46 "Shakti" an der Luvtonne vor Bockholmwik

Das Blaue Band der Flensburger Förde ging wie bereits im letzten Jahr an die dunkelgrüne Rogers 46 „Shakti“ der Eignergemeinschaft Gondesen/Avenarius, das Blau-gelbe Band für die schnellste auswärtige Yacht an Dr. Gerhard Clausens Dovell 82 „Calypso“. Schnellster Mehrrumpfer und somit Gewinner des Gelben Bandes der Flensburger Förde wurde der Corsair 31 „Tridefix“ von Tobias Lösche-ter Horst. Siegerin der Nautor’s Swan Baltic Sea Challenge wurde die von Kay Wrede geführte „Best Buddies“ vor der „Elan“ von Harald Baum und der „Chrila“ von Claus Bressler.

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