America's Cup

Großer Sport

02.05.2007 Carsten Kemmling, Fotos: ACM 2007, Live Sailing - Bank mit Höchststrafe gegen Luna Rossa und klarem Sieg gegen China. BMW Oracle mit zwei hart erkämpften Siegen.

Fotograf: © ACM 2007
Team New Zealand im High Speed Modus mit 10 Knoten

Team Germany hat den erwarteten Sieg gegen China eingefahren. Steuermann Jesper Bank konnte besonders im Vorstart zeigen, warum er zwei olympische Goldmedaillen im Match Race gewonnen hat. Er bestrafte die Gegner geradezu für die Lektion, den verlorenen Start gegen Luna Rossa.

Gegen die Chinesen war die Achillesferse des deutschen Schiffes kein Problem. Diesmal beschleunigte es aus dem Stillstand sogar schneller als der Gegner und Bank konnte das gelbe Boot sogar aus der Startzone abdrängen. Es muss ein schönes Gefühl gewesen sein. Danach ließen die Deutschen nicht locker und nahmen die Chinesen in eine enge Deckung. Der Abstand betrug am Ende 2:16 Minuten.


Genug Zeit, um das Rennen davor gegen Luna Rossa vergessen zu können. Es war beim Start entschieden, als das deutsche Team früh unter Druck geriet und bei einem Luvmanöver der Italiener nicht rechtzeitig auswich. Penalty für Deutschland. Darüber hinaus konnten die Italiener die bevorteilte Seite der Linie erobern. Das Rennen war vor dem Start vorbei.


„Ich glaube nicht, dass der Penalty gerechtfertigt war“, sagt Stratege Michael Hestbaek. „Die haben geluvt, wir sind ausgewichen. Alles okay. Wenn zwei große Teams aufeinander getroffen wären, hätten die Schiedsrichter wohl die grüne Flagge gezogen. Aber so ist es eben.“


Der heutige Renntag hatte andere spannende Rennen zu bieten. So wird sich auch Karol Jablonski heute nicht besonders gut fühlen, nachdem er von Mascalzone Latino am Startschiff abgestreift worden war und im gesamten Rennen nicht mehr die Chance zum Überholen bekommen hatte.

Damit zahlte sich für die Italiener die eher aus dem Fußball bekannte Maßnahme aus, massiv das Personalkarussell zu drehen. Mit dem neuen Mascalzone-Steuermann Cameron Dunn fuhren die Italiener einen wichtigen Sieg ein, der ihnen den Weg ins Halbfinale offen hält.

Tragisch war wieder einmal die Vorstellung von Shosholoza. Die Südafrikaner werden am Ende dieses Louis Vuitton Cups zurück blicken und die Köpfe darüber schütteln, wie viele enge Rennen sie aus der Hand gegeben haben. Den Respekt haben sie ja schon. Jetzt fehlen nur noch die Siege.

Klar, wer hätte vor wenigen Monaten gedacht, dass Shosholoza ernsthaft um das Halbfinale mitsegeln könnte. Aber das Schiff ist so schnell und die Mannschaft so gut, dass die Runde der letzten vier keine Utopie wäre.

Und heute war ein Tag, an dem das Märchen hätte wahr werden können. In einem grandiosen Rennen gegen BMW Oracle führte Shosholoza über drei viertel des Rennens, dann gaben sie den Sieg aus der Hand. Auf der zweiten Kreuz hatten sie alle Karten in der Hand. Aber sie ließen die Amerikaner unbehelligt auf die linke Seite des Kurses segeln.

Anfangs schienen sie durch die Chinesen im anderen Match an einer Wende gehindert zu sein, später hofften sie auf die entscheidende Rechtsdrehung, die aber nie eintraf. BMW Oracle zog auf der linken Seite vorbei. War es die Angst vor einem engen Zweikampf? Angst vor dem übermächtigen Gegner? Oder war rechts klar der bessere Wind zu erwarten?

Stratege Mark Sadler sagt: „Als wir die Marke rundeten war der Wind sehr weit links. Wir glaubten, dass er wieder zurück nach rechts kippen würde. Aber leider ist das nicht passiert. Es war ein großer Fehler, nicht sofort mit BMW Oracle zu wenden. Aber wir fühlten uns etwas langsamer und wollten deshalb den engen Zweikampf vermeiden. Wir sind alle ziemlich traurig.“

Auf der ersten Kreuz und besonders auf dem Vorwindkurs hatten die Südafrikaner gezeigt, dass sie durchaus in der Lage sind, auch im engen Zweikampf zu bestehen. Aber das Märchen wollte nicht wahr werden. Auch nicht im folgenden Match gegen Luna Rossa. Syndikatchef Salvatore Sarno, der regelmäßig als 18. Mann mitsegelt, konnte seine Segler nicht mehr genug aufbauen nach dem erschöpfenden Rennen gegen BMW Oracle.

Aber auch den Schweden erging es nicht besser gegen die Favoriten aus San Francisco. Sie segelten ein hervorragendes Rennen mit Ausbremsmanövern, Luvkämpfen, Wendeduellen. Beide Yachten absolvierten insgesamt 70 Wenden. Aber der letzte Zweikampf an der Luvtonne brachte die Entscheidung. Ein verunglücktes Bremsmanöver der Schweden öffnete eine Lücke zwischen ihrem Boot und der Luvtonne, in die Chris Dickson seinen Bug schob.

Ranking after LVC RR2 Flight 4
1 USA 98 BMW ORACLE Racing 27
1 ITA 94 Luna Rossa Challenge 27
3 NZL 92 Emirates Team New Zealand 24
4 ESP 97 Desafío Español 2007 21
5 SWE 96 Victory Challenge 18
6 ITA 99 Mascalzone Latino - Capitalia Team 16
7 RSA 83 Team Shosholoza 14
8 FRA 93 Areva Challenge 13
9 ITA 85 +39 Challenge 6
10 GER 89 United Internet Team Germany 5
11 CHN 95 China Team 3

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