America's Cup

Große Show am Wochenende

01.08.2006 Lars Bolle, Fotos: Marina Könitzer, YACHT/H. Seltmann - Vier Regattatage, drei Teams, zwei Rennformate, ein Segelevent der Extraklasse – AC-Yachten segeln erstmals eine Grand-Prix-Regatta in Kiel

Fotograf: © Marina Könitzer
Die drei AC-Teams vor Valencia

Zum ersten Mal treffen drei aktuelle America’s- Cup-Herausforderer in Deutschland zu einem Wettkampf aufeinander. Er heißt German Sailing Grand Prix und wird vom 3. bis zum 6. August in Kiel von den America’s-Cup-Syndikaten BMW Oracle Racing (USA), Team Shosholoza (Südafrika) und dem United Internet Team Germany in Fleet- und Matchraces ausgetragen.

Damit gibt es genau einen Monat nach dem Louis Vuitton Act 12, der letzten Vorregatta des America's Cup in diesem Jahr, eine Fortsetzung der spektakulären Wettfahrten vor heimischer Kulisse. Ort des Geschehens ist die Kiellinie, von der aus schon Hunderttausende vor vier Jahren den triumphalen Zieleinlauf der "illbruck" nach deren gewonnenem Volvo Ocean Race bejubelten. Eine ähnliche Wirksamkeit in der Öffentlichkeit erhofft sich die veranstaltende Stadt Kiel wieder. Die neue Regatta untermauere den Anspruch, Welthauptstadt des Segelns zu sein, so die Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz. Mindestens 200000 Besucher werden am kommenden Wochenende erwartet. Was sie zu sehen bekommen werden, ist alles, was der Cup zu bieten hat.

Von Freitag bis Sonntag (Donnerstag ist "Aufwärmen") werden die drei Teams mehr leisten müssen als an normalen Renntagen in Valencia. Die tägliche Auftaktwettfahrt, ein gemeinsames Fleetrace aller drei Yachten, startet direkt vor der Kiellinie (siehe Karte) und wird, so der Plan, durch die komplette Förde hinaus auf den Stollergrund führen. Dadurch bieten sich nicht nur für die Zuschauer an Land selten direkte Einblicke. Auch für Interessierte auf eigenem Kiel ergeben sich entlang der Förde vielfältige Beobachtungsmöglichkeiten.

Fotograf: © YACHT/H. Seltmann
Im Fleetrace geht es auf die Matchrace-Bahn

Richtig spannend wird es dann aber bei den Matchraces auf dem Stollergrund. Jedes Team segelt täglich einmal gegen jedes andere, es gibt also drei Wettfahrten. Um die Abstände möglichst gering zu halten, wird jedoch nur eine Kreuz und eine Vormwind-Strecke pro Rennen ausgetragen. Umso enger dürfte es zugehen. Laut Veranstalter können Zuschauer-yachten so dicht wie irgend möglich an den Kurs heranfahren. Das gibt es sonst nie beim America's Cup. Die Matchraces sind also eine einmalige Gelegenheit, AC-Segeln hautnah mitzuerleben.

Ein Besuch an der Förde per Boot sollte sich lohnen, zumal es auch keine Liegeplatzprobleme geben dürfte. "Da Urlaubszeit ist, haben wir in den Häfen erfahrungsgemäß genug Platz", sagt Michael Braun von der Sport-hafen Kiel GmbH, der Betreibergesellschaft der öffentlichen Kieler Häfen. Alle Segler seien herzlich eingeladen.

Doch auch wer nicht auf dem Wasser dabei sein kann, verpasst nichts. Auf einer Großbildleinwand werden die Rennen live an Land übertragen.

Nach den Matchraces segeln die drei Teams in einem abschließenden Fleetrace zurück durch die Förde zum Ziel vor der Kiellinie. Nach dem Einlaufen können die Boote besichtigt werden. Zusätzlich gibt es an allen Tagen ein interessantes Show-Programm. Besonders erwähnenswert sind die Grinder-Stände von BMW Oracle Racing und T-Systems, an denen man die Crewarbeit auf einem Cupper nachempfinden kann. Außerdem soll es ein Modellbootbecken mit Mini-Wettfahrten geben sowie eine Ausstellung zur Cup-Geschichte. Die Teamcamps sowie eine Segelmacherei sollen zur Besichtigung geöffnet sein.

Auch aus rein sportlicher Sicht dürfte die Veranstaltung interessant werden. Alle Teams treten in personeller Top-Besetzung an. Sogar bei BMW Oracle Racing, der Mannschaft mit einem Starensemble in ihren Reihen, hat Skipper Chris Dickson zugesagt. Beim Material dagegen greifen BMW Oracle Racing und Shosholoza auf Trainingsyachten zurück.

"Für uns ist das Heimspiel ein guter Test nach den Acts, da auch die Gegner mit ihren Trainingsschiffen kommen und hoffentlich keinen besonderen Geschwindigkeitsvorteil haben werden", so der Hamburger Matti Paschen, Segeltrimmer im United Internet Team Germany. Für das deutsche Team könnte die Veranstaltung damit zu einer kleinen Rehabilitation nach den enttäuschenden Ergebnissen von Valencia werden.

Doch auch die Konkurrenz ist motiviert. Tony Kolb (Bremen), Vorschiffsmann bei BMW Oracle Racing und 2001/02 Volvo-Ocean-Race-Sieger mit der "illbruck", verspricht, "in Kiel wieder einen seglerischen Meilenstein zu setzen".

Schon zwei Weltumseglungen und einen America's Cup hat der Hamburger Tim Kröger auf der Visitenkarte. Jetzt ist er beim Team Shosholoza an Bord, das maßgeblich von T-Systems unterstützt wird. Der Bootsmann ist das deutsche Gesicht im Sportteam des Jahres in Südafrika, das vier Jahre vor der Fußball-WM im eigenen Land sein Motto "Eine Nation, ein Team, ein Traum" beim Gastgeber 2006 vorstellen möchte. Kröger: "Für uns ist das mehr als bloß eine Trainingsregatta."

Das Programm

Donnerstag, 3. August

Freitag, 4. August und Samstag, 5. August

Sonntag, 6. August

Die Highlights an der Kiellinie

Zwei Formate. Von der Innenförde geht es im Fleetrace hinaus auf den Stollergrund. Dort werden Matchraces gesegelt. Das Race-Village an der Kiellinie hat ebenfalls viel zu bieten:

(1) Großbildleinwand mit Liveübertragung der Matchraces und Showbühne
(2) camp24.sieben - Einsteigersegeln für jedermann
(3) T-Systems-Präsentation mit Grinder-Stand und Olympiaklassen
(4) Präsentation German Sailing Grand Prix
(5) Präsentation United Internet Team Germany mit Internet-Lounge
(6) Modellbootbecken
(7) BMW-Oracle-Racing-Präsentation mit Grinder-Stand und Matchrace-Simulator
(8) AC-Ausstellung
(9) Segelmacherei
(10) Team-Container
(11) Liegeplatz der Cupper

Die Teams

United Internet Team Germany

BMW Oracle Racing



Team Shosholoza

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