Regatta-News

„Geronimo“ baut Vorsprung aus

04.02.2003 Mathias Müller, Fotos: - Olivier de Kersauson segelt Kap Leeuwin entgegen, „Kingfisher 2“ hinkt hinterher

"Geronimo" aus der Luft

Nach einem grandiosen 23. Tag auf See, an dem der 110-Fuß-Trimaran „Geronimo“ 550 Seemeilen zurücklegte, liegt der Franzose Olivier de Kersauson nun schon drei Tage vor dem Rekord seines Landsmanns Bruno Peyron bei dessen Rekord im Frühjahr 2002 (gesamt 64 Tage, 8 Stunden).

Zwar musste sich Kersauson an seinem gestrigen 24. Tag auf See mit 422 Seemeilen begnügen, das sind jedoch immer noch 17,6 Knoten im Durchschnitt. Bei seinem letzten Positionsreport, heute Morgen um 3 Uhr, befand sich der Trimaran auf 47,2° südlicher Breite und 92,5° östlicher Länge. „Wir fahren fast ständig zwischen 24 und 25 Knoten“, schreibt Kersauson in einer seiner letzten Mails ans Basislager. „‚Geronimo' gleitet, und die Bedingungen sind gut.“

Derzeit kämpft der Skipper mit seiner zehn Mann starken Crew gegen ein Tief mit Windstärken um die 50 Knoten. „Wir müssen gut aufpassen, dass wir das Schiff nicht zu sehr beanspruchen“, sagt Kersauson. Es sei schwierig, die richtige Balance zwischen schnellem Segeln und gleichzeitiger Verträglichkeit für den Tri zu finden.

Vom Sturm abgesehen, scheint die Stimmung an Bord von „Geronimo“ exzellent zu sein. Die Wachsysteme fahren in Ermangelung eines externen Gegners Rennen gegeneinander. „Die Wachen lassen sich von dem schlechten Wetter nicht davon abbringen, gegeneinander zu kämpfen. Jede Wache fährt Strecken zwischen 128 und 140 Seemeilen“, berichtet Skipper Kersauson. Sie hätten viel Spaß dabei, so der Franzose.

Derweil hinkt Ellen MacArthur mit ihrem Maxi-Katamaran „Kingfisher 2“ ihrem Zeitplan deutlich hinterher. Der 110-Fuß-Katamaran hat in der Nacht die Kapverden passiert. „Der Wind ist gestern endlich wieder zu uns zurückgekehrt. Er bläst im Moment mit 20 Knoten“, meldete MacArthur ihrer Basis. Bis zum Atlantik muss sie mit ihrer 13 Mann starken Crew jetzt noch rund 1000 Seemeilen zurücklegen.

Den von „Geronimo“ aufgestellten Rekord von 6 Tagen und 11 Stunden bis zum Äquator wird „Kingfisher 2“ nicht brechen können. „Aber wir hoffen, dass wir die Zeit von Bruno Peyron (7 Tage, 22 Stunden) unterbieten können“, sagte Ellen MacArthur via Satellitentelefon. Auch für dieses Zwischenziel muss sich die britische Ausnahmeseglerin jedoch sputen. Derzeit liegt sie elfeinhalb Stunden hinter dem alten Rekord von Peyron zurück.

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