America’s Cup

Geheime Verhandlungen

08.04.2009 Carsten Kemmling, Fotos: Mark O´Brien Alinghi - Bertarelli und Ellison sprechen miteinander über die Zukunft des Cups. Louis Vuitton will wieder mitspielen

Fotograf: © Mark O´Brien Alinghi
Louis-Vuitton-Mann Bruno Troublé dirigiert die eigene Cupper-Serie

BMW Oracle hat heute erstmals mit einem Statement auf die Gerichtsentscheidung in New York reagiert. Man wolle nach wie vor einen America’s Cup für alle Teams. Ernesto und Larry hätten schon direkte Gespräche aufgenommen. Die Inhalte sollen vorerst privat bleiben.

Der Ausgang der Verhandlungen hängt wohl davon ab, wie sicher sich Bertarelli fühlt, das so genannte Deed-of-Gift-Match mit den Maxi-Multis gewinnen zu können. Er hat die Trümpfe in der Hand. Das Wo und Wann kann der Verteidiger bestimmen.

Die Alinghi-Spione hatten genügend Möglichkeiten, das Leistungspotenzial des BMW-Oracle-Tris zu begutachten. Es sollte relativ einfach sein, die Modalitäten so festzulegen, dass ihr Gefährt den Cup gewinnt.

Allerdings kann er sich auch nicht zu sicher sein. Denn die Schweizer sind spät dran. Was auch immer sie in ihrer Halle verbergen, es wird in Bezug auf Bruchlasten und Geschwindigkeit so unvergleichlich sein, dass alte Messdaten nicht zählen. Praxistests sind wichtig, um das Potenzial ausschöpfen zu können. Und daran mangelt es Alinghi.

Deshalb könnte es eine taktische Patt-Situation geben. Die würde die Verhandlungsbereitschaft beider Parteien deutlich verbessern und automatisch zu einem Multi-Challenger-Cup führen.

Das wäre für die Segelfans wohl die beste Lösung. Auch wenn man die Monster schon gern gegeneinander segeln sehen würde.

Zur Einigung könnte beitragen, dass Louis Vuitton nach wie vor Druck macht. Gestern wurden die wirtschaftlichen Ergebnisse der Januar-Ersatz-Cup-Regatta in Auckland bekannt. Daraus soll der Kiwi-Wirtschaft sieben Millionen Euro in Form von Werbe-Äquivalenz und Aufträgen zugeflossen sein.

Der Erfolg lässt Louis-Vuitton-Mann Bruno Troublé schon laut überlegen, ob man nicht eine regelmäßige Serie auflegen solle, eine echte Konkurrenz zum America’s Cup. Das dürfte nicht im Sinne von Bertarelli sein. Der Wert des Cups würde weiter sinken.

Das Magazin "Seahorse" berichtet in seiner jüngsten Ausgabe, Ernesto Bertarelli habe sich in schriftlicher Form an Louis-Vuitton-Chef Yves Carcelle gewandt, um die zerbrochene Verbindung zu reparieren.

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