Quebec - St. Malo

„Fertig ist erst im Ziel”

03.08.2012 Dieter Loibner, Fotos: gestev, Pierre Bouras - Das Ende ist in Sicht, doch Jörg Riechers laufen sowohl die Zeit als auch die führenden Franzosen davon, die mittags im Ziel sein sollten

Quebec - St. Malo
Fotograf: © gestev
Feuchtes Klima auf „Mare“

Der Tracker spielte leider verrückt und zeigte inkonsistente Zahlen an, doch eines schien klar: Titelverteidiger Halvard Mabire und Miranda Merron wird der Sieg schwerlich zu nehmen sein. Die routinierten Franzosen haben bei der Annäherung an den Kontinent nichts mehr anbrennen lassen und vermochten den mit allen Mitteln angreifenden Deutschen auf Distanz zu halten. Für „Mare“ wurde von der Positionsverfolgung ein Rückstand von 27.9 Meilen auf „Campagne de France“ ausgewiesen, doch die Distanz zum Ziel mit mehr als 330 Meilen passte irgendwie nicht dazu. „Die Halse klappte sehr gut“, berichtete „Mares“ Co-Skipper Ryan Breymaier. „Wir hatten viel Wind und einen guten Winkel, ... unser einziges Ziel ist nun, so schnell wie möglich zu segeln. Wir hoffen, dass er (Mabire) plattsegeln muss, was langsamer wäre, oder gar halsen muss, womit wir mehr Distanz gutmachen können. Trotzdem: Sie segeln ein sehr gutes Rennen und sind vorn. Aber fertig ist erst im Ziel.“

Quebec - St. Malo
Fotograf: © gestev
Wahrscheinliche und auch verdiente Sieger: Miranda Merron (l.) und Halvard Mabire auf „Campagne de France"

Die beiden anderen Boote mit deutscher Besatzung liegen im Mittelfeld knapp beisammen. „Red“ mit Skipper Mathias Müller von Blumencron hat noch fast 300 Meilen vor sich und ist 12. Das Thema an  Bord: „Wet, wet, wet“, wie Andreas Lindlahr schreibt. Kleidung, Segel, Ausrüstung, Klopapier, alles, alles, alles. Leider auch die GoPro-Kamera, die mit allen 31 Videoclips über Bord gegangen war.  Anna Maria Renken auf „Sevenstar Yachttransport“ ist mit ihrem französischen Skipper Jean-Édouard Criquioche auf Platz 12 zu finden, mit einer Restdistanz von 342 Meilen bis nach St. Malo.  

Quebec - St. Malo
Fotograf: © gestev
Riechers argwöhnisch

Line-Honors und Sieg in der offenen Klasse für Erwan Le Roux mit seinem Open50-Trimaran „FenêtreA Cardinal 3“, der am Mittwoch kurz vor 8 Uhr Ortszeit in St. Malo eingelaufen war, mit einer neuen Open50-Rekordzeit  von 9 Tagen, 14 Stunden, 21 Minuten und 5 Sekunden und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,27 Knoten für 3.288 Seemeilen. Anderthalb Tage später traf das zweite Boot „Défi Saint-Malo Agglo“ ein, nur 21 Minuten vor dem dritten, „Vers un Monde sans Sida“.

Quebec - St. Malo
Fotograf: © Pierre Bouras
Line-Honors für den Tri „FenêtreA Cardinal 3", der auch einen neuen Streckenrekord für die Open50 aufstellte

 „Wir mussten den rechten Moment für die Attacke abwarten“, sagte Le Roux im Ziel. „Am Schluss konnten wir 4 Tage lang Vollgas geben und uns den Kurs über den Atlantik aussuchen. Wir haben Fastnet Rock in der Früh gerundet und waren am Nachmittag vor Sept Iles, einfach verrückt.“ Le Roux glaubt übrigens, dass der Rekord der Open50 bei diesem Rennen bis auf 7 Tage gedrückt werden kann.

 

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