Regatta-News
Extremsegler
Bald wird der Riesentri "B&Q" das Feld der Vendée-Globe-Segler überholen. Bis dahin gilt es noch, jeweils zwei Geschichten zu erzählen - die sich oft nur aufgrund des Wetters unterscheiden.
Ellen MacArthur, die derzeit noch im tropischen Südatlantik segelt, geht übers Wochenende die Luft aus: Denn ein Keil des St.-Helena-Hochs verbaut ihrem Rekordbrecherboot und ihr den Weg in den kalten Süden. "Auf einer Fahrt wie dieser gibt es gute und schlechte Zeiten", sagt sie. "Dieses ist eine schlechte."
Grund zum Nörgeln hat die Skipperin: Belief sich ihr Vorsprung auf den virtuellen Gegner Francis Joyon gestern noch auf 15 Stunden, wird er über das Wochenende, während sich der Hochdruckkeil vor den Steven des Trimarans ausbreitet, zusammenschmelzen wie Schnee in der Junisonne. Hat sie den 40. Grad südlicher Breite erst einmal erreicht und auf das erste stürmische Tiefdruckgebiet aufgesattelt, wird sie wohl den Rekord ganz neu attackieren müssen.
MacArthurs Landsmann Mike Golding (der heute Abend in Abwesenheit in Paris als drittbester Langstreckensegler ausgezeichnet wird, nach Franck Cammas und Michel Desjoyeaux) hingegen greift bereits an: Er hat sich mit seiner "Ecover" über Nacht auf den 4. Gesamtplatz bei der Vendée Globe Challenge vorgesegelt. Und hofft nun, dass er die Position halten kann. Denn für ihn, der sich derzeit in der Nähe der Kerguelen im südlichen Indischen Ozean befindet, wird für das Wochenende Sturm mit einer Stärke von bis zu 50 Knoten vorhergesagt.










