America’s Cup

Es kommt zum Monster-Match

23.04.2009 Carsten Kemmling, Fotos: BMW Oracle - Die Verhandlungen für einen Multi Challenger America’s Cup sind gescheitert. BMW Oracle und Alinghi duellieren sich exklusiv

Fotograf: © BMW Oracle
Schweiz gegen USA. Das 33. AC-Finale steht fest

Das Unglaubliche ist passiert. Ernesto Bertarelli und Larry Ellison lassen die zerfallenden und künstlich beatmeten Cup-Teams beim nächsten America’s Cup nicht mitmachen. BMW Oracle und Alinghi konnten sich bei den heutigen Verhandlungen in Genf nicht auf einen Cup mit allen Herausforderern einigen.

Sie segeln allein mit ihren Mega-Multis. Das Gericht hatte den Februar 2010 als Renntermin bestimmt. Alinghi geht aber offenbar von Mai 2010 aus.

Die Pressemitteilung vom Golden Gate Yacht Club kam zuerst. Alinghi habe die Vorschläge für einen konventionellen America’s Cup mit allen Herausforderern zurückgewiesen und sich für eine Regatta mit den großen Mehrrumpfern entschieden, heißt es. „Wir sind sehr enttäuscht …“

Alinghi schreibt: „Wir akzeptieren die Herausforderung des Golden Gate Yacht Club.“ Alinghi sei bereit, gegen das 90x90-Fuß-Boot anzutreten, fordere das amerikanische Syndikat aber auf, weitere Herausforderer zuzulassen. Falls nötig, sollen die Amerikaner dann den Renn-Termin weiter hinausschieben.

Das ist der Super-GAU. Denn noch ist nicht klar, ob Anfang 2010 tatsächlich gesegelt wird. Alinghis Festsetzung des Termins auf Mai 2010 widerspricht klar der Order des New Yorker Gerichts. Will Bertarelli erneut vor Gericht ziehen? Gibt es weitere Verzögerungen? Es wäre der Todesstoß für den Cup.

Es ist auf den ersten Blick schwer nachzuvollziehen, warum es zu dieser harschen Ablehnung der BMW-Oracle-Vorschläge kam. Gestern hatten die Amerikaner in einem Brief ihre Vorschläge öffentlich gemacht.

Darin erklärten sie sich mit dem von Alinghi vorgeschlagenen AC33-Design einverstanden und schlugen einen Cup mit Regeln nach dem alten Protokoll 2011 in Valencia vor. Als zweite Option stand ein Louis Vuitton Cup wie 2000 in Auckland im Raum. Aber die Delegationen diskutierten in Genf offenbar nicht lange über solche Inhalte.

Aber vielleicht ist diese Entwicklung für den interessierten Segelfan gar nicht so schlecht. Es besteht die Möglichkeit, die Monster im Einsatz zu sehen. Und wenn nicht, dann verhallt der Streit der Milliardäre vielleicht endgültig im Niemandsland der Segelszene.

Der nächste Global Player steht parat. Bruno Troublé, der langjährige Louis-Vuitton-Cup-Veranstalter und Konzern-Repräsentant, weilte mit seiner Louis-Vuitton-Kollegin Christine Bélanger in dieser Woche drei Tage in Valencia.

Es wurde über eine Ausweitung der Louis Vuitton Pacific Series gesprochen, die im Januar erfolgreich vor Auckland auf baugleichen Cuppern über die Bühne ging.

Eine Mittelmeer-Serie ist in Planung. Laut der Website Valenciasailing sollen Valencia, Marseille, Neapel und Athen als Gastgeber im Gespräch sein. Start der Profi-Matchrace-Serie wäre allerdings frühestens 2010.

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