America´s Cup

Ellison gewinnt vor Gericht

02.04.2009 Carsten Kemmling, Fotos: Gilles Martin-Raget BMW Oracle Racing - Der Golden Gate Yacht Club hat im America´s Cup-Streit gegen Alinghi gewonnen. Er ist jetzt erster Herausforderer

Fotograf: © Gilles Martin-Raget BMW Oracle Racing
Die Zeit für BMW-Oracles Mega-Tri scheint gekommen

Der New York State Court of Appeals hat soeben dem spanischen Herausforderer-Club Nautico Espanol De Vela (CNEV) die Rechtmäßigkeit als Challenger of Record aberkannt.

Die Richter machten einstimmig mit 6:0 die Entscheidung der Appellate Division rückgängig und setzten das ursprüngliche Urteil von Richter Herman Cahn in Kraft.

„Der CNEV konnte zum Zeitpunkt seiner Meldung nicht die Kriterien der Deed of Gift erfüllen. Er ist kein rechtmäßiger Challenger of Record für den 33. America's Cup. Der Supreme Court hatte korrekt entschieden indem er den Golden Gate Yacht Club als Challenger of Record benannte.“

Insider hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Sie sahen die Chancen der Amerikaner weit besser als die von Alinghi. Aber die Schweizer haben so selbstbewusst die Planung des 33. America´s Cups ohne BMW Oracle vorangetrieben, dass Zweifel an dem Ausgang gerechtfertigt waren.

Ist das Urteil gut für den Cup? Zuerst einmal nicht. Denn statt des engen Zeitplans von Alinghi, der die nächsten offiziellen Cuprennen auf 2010 datierte, müssen die Streithähne nun wieder miteinander verhandeln.

Das hat schon in der Vergangenheit nicht funktioniert. Die Fronten sind verhärtet. Ernesto Bertarelli hatte schon angekündigt, dass ihm ein Multihull-Wettkampf durchaus recht sei. Der Alinghi-Multi stehe in der Halle und sei bereit für den Einsatz.

Das Duell der Mega-Multis ist die wahrscheinlichste Lösung. Allerdings hat BMW Oracle immer betont, im Falle eines Sieges vor Gericht eine Regatta mit allen Herausforderern zu favorisieren.

Dafür muss man sich allerdings mit Alinghi über das Protokoll einigen. BMW Oracle hatte zuletzt geäußert, nach exakt dem alten Protokoll mit den alten ACC-Yachten segeln zu wollen.

Das wäre allerdings kaum im Sinne der neuen Teams, die in der kurzen Zeit den Technik-Vorsprung der großen Syndikate nicht aufholen können. Sie hatten zusammen mit Alinghi eine neue Klassenregel erarbeitet.

Wenn sich die Amerikaner darauf einlassen, mit diesen neuen 75-Fuß-Yachten zu segeln, besteht eine kleine Chance der Einigung. Aber daran ist schwer zu glauben.

Deshalb könnte die Entscheidung der Richter gerade für Teams wie dem deutschen, das immer noch offiziell zu den Herausforderern gehört, das Aus bedeuten. Eine noch längere Zeit der Ungewissheit ist wohl schwwer zu überstehen.

Es sei denn, die beiden Streithähne realisieren, dass es bald keinen Cup mehr gibt, an dem jemand teilnehmen will, wenn sie die Verhandlungen noch lange hinziehen.

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