Regatta-News
Ellen setzt dritte Bestmarke
Gestern Abend gegen 22 Uhr hat Ellen MacArthur auf ihrem 75-Fuß-Tri "B&Q" die Länge des Kap Leeuwin passiert. Sie erreichte es über 17Stunden schneller als Francis Joyon bei seinem Solo-Rekord vor einem Jahr
Stück für Stück nähert sich Ellen MacArthur ihrem Ziel, die Welt einhand so schnell zu umsegeln, wie es bisher noch keinem Segler gelang. Das Kap Leeuwin an der süd-westlichen Spitze Australiens erreichte sie gestern Abend nach 29 Tagen, 14 Stunden und 5 Minuten auf See. Somit war die nur 1,60 Meter große Britin über 17 Stunden eher an dieser Wegmarke als der Einhand-Rekordhalter Francis Joyon, der vor Jahresfrist mit seinem 95-Fuß-Tri "Idec" 30 Tage, 7 Stunden und 29 Minuten benötigte. Nach dem Äquator und dem Kap der guten Hoffnung, ist das Kap Leeuwin nun schon die dritte Wegmarke, bei der MacArthur im virtuellen Rennen gegen Francis Joyon vorne liegt. Rechnet man den Weg zum nächsten Wegpunkt am Kap Hoorn unter Berücksichtigung der aktuellen Route, liegt sie sogar eineinhalb Tage vor ihrem virtuellen Widersacher.
Wie schnell die 28-Jährige unterwegs ist, zeigt darüber hinaus ein Vergleich ihrer Zeit mit der Leistung von Steve Fossetts Crew, die mit dem riesigen, 125 Fuß langen Katamaran "Cheyenne" den Rekord für die schnellste Weltumsegelung überhaupt (58 Tage) hält. Der Amerikaner war mit seinen 13 Crewmitgliedern nur vier Tage schneller am Kap Leeuwin als Ellen MacArthur. Für die Wegstrecke vom Kap der guten Hoffnung bis zum Kap Leeuwin benötigte "Cheyenne" 9 Tage und 20 Stunden - und war somit nur 7,5 Stunden schneller als Ellen MacArthur auf diesem Wegabschnitt durch den Southern Ocean!
Und MacArthur ist weiterhin schnell unterwegs. Gestern gelang ihr ein Etmal von satten 454 Seemeilen. Ihre bisher im Kielwasser gelassenen rund 12.300 Seemeilen schaffte sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17,2 Knoten. Derweil segelt sie auf 47°37' Süd, 120°1' Ost. Mittlerweile hat sie mit Karen Leibovici ("Benefic") und Raphael Dinelli ("Akena Vérandas") schon zwei Teilnehmer der Vendée-Globe-Flotte überholt, die bereits 20 Tage länger auf der gleichen Route wie sie segeln. Viel wichtiger für Ellen MacArthur ist indes ihre Position im Vergleich zu der, die Francis Joyon bei seinem Rekordversuch zum vergleichbaren Zeitpunkt hatte. MacArthur segelt derzeit 460 Seemeilen weiter im Süden als Joyon damals, der durch einen Sturm nach Norden gedrängt worden war. Somit kann die Britin einen wesentlich kürzeren Weg um den Globus segeln.
Spannend wird es für sie jedoch in einigen Tagen, wenn sie südlich von Neuseeland durch das Eisberg-Feld muss, das auch schon den Spitzenseglern der Vendée Sorgen bereitete. Aller Vorsprung gegenüber Joyon kann dann mit einer Sekunde der Unaufmerksamkeit dahin sein.










