Regatta-News
Ellen MacArthur
Vorsprung auf Joyon fast fünf Tage. Jedoch war dessen Reise zur gleichen Zeit wegen Bruchs langsam. Die jetzt kommenden dafür waren für ihn die schnellsten der Fahrt.
Nur einmal während des Versuchs, den Atlantik einhand in Rekordzeit zu überqueren, war sie mit "B&Q" schneller. 525 Seemeilen schaffte das Duo an einem Tag im vergangenen Jahr weg. Den halsbrecherischen Speed braucht die Skipperin jetzt auch. Denn Francis Joyon, ihr virtueller Gegner, sitzt ihr mit hohen Etmalen im Nacken. Gleich reihenweise hat der Bretone in diesem Seegebiet dreistellige Meilenzahlen, die mit der Ziffer "5" beginnen, in das Logbuch von "Idec" gekritzelt.
Es gibt kaum Pausen für die erschöpfte Ellen MacArthur, die mit ihrem Tri "B&Q" auf dem 53. Parallelkreis südlicher Breite Richtung Kap Hoorn segelt. Es ist kaum mehr als tausend Seemeilen entfernt. In den Pausen zwischen den harten Böen der Tiefdruckgebiete und nach den oft stundenlangen Segelwechseln trocknet sie ihre Socken am Auspuff des Generators - ein Trick, den sie auf der Vendée Globe Challenge 2000 gelernt hat.
Apropos Vendée Globe: Ellen MacArthurs geliebter Open 60 "Kingfisher", der nach wie vor zu dem von ihr mitgegründeten Rennstall "Offshore Challenges" gehört, segelt zurzeit als "Skandia" mit dem Australier Nick Moloney um die Welt. Ironie: Beide Boote befinden sich etwa auf de selben Meridian im Pazifik . Jedoch segeln Nick - und alle sonstigen Teilnehmer der Vendée Globe Challenge - rund 500 Meilen nördlicher als "B&Q".
Theoretisch sind die Freunde also nicht besonders weit voneinander entfernt. Wieder sehen werden sich Ellen und Nick, die bereits viel gemeinsam gesegelt sind, jedoch wahrscheinlich erst im winterlichen England.
Dass "B&Q" während der vergangenen Tage viel Vorsprung zu der virtuell mitsegelnden "Idec" von Francis Joyon heraussegeln konnte, hat einen Grund: Auf diesem Stück des Pazifiks reparierte Joyon das Kopfbrett von "Idecs" Großsegel. Er musste das Segel lange bergen und kam nur langsam voran. Als das Groß wieder in Ordnung war, stürmten er jedoch los. Aber mit dem für die nächsten Tage angekündigten Wind wird Ellen MacArthur sicherlich nicht langsamer vorankommen. Und die legendäre Landmarke, die sie aus dem Southern Ocean entlässt, ist schon in Reichweite - für einen 75 Fuß großen Trimaran, jedenfalls.










