Regatta-News
Ellen MacArthur: Viele Schlafpausen im Passat - bei 20 Knoten über Grund
Noch weht der Passat konstant. Ellen MacArthur, die mit ihrem 75 Fuß großen Trimaran mittlerweile etwa 250 Meilen östlich der Küste Brasiliens segelt, nutzt die Schönwetterperiode. Sie legt vermehrt kleine Schlafpausen ein. Bevor sie bald das große Abenteuer im Southern Ocean angeht. "Es ist noch so heiß hier, dass nach einer halben Stunde Dösen im Cockpit der Mund ganz trocken ist."
Es dürfte bald nicht mehr so oft vorkommen, dass MacArthur ein Schläfchen von 30 Minuten am Stück hält. Denn der wilde weite Süden könnte schon Mitte nächster Woche erreicht sein - MacArthurs Landsmann Mike Golding hat gerade heute auf seiner "Ecover" bei der Vendée Globe den ersten Eisberg auf der Erdumrundung gesehen. Und wenn es erst kalt ist, kann die Skipperin schon gar nicht mehr im Cockpit schlafen. Bereits jetzt berichtet sie: "Bei halbem Wind fliegt hier eine Menge Gischt durch die Luft. Das ganze Cockpit ist salzverkrustet." Bald geben auch geschützte Ecken an Deck keine gemütlichen Plätzchen mehr ab.
Doch bevor es richtig kalt wird, muss Ellen noch ein meteorologisches Hindernis umschiffen, das sie das Meiste ihres Vorsprungs kosten kann: Denn das Südatlantik- ("St.-Helena-") Hoch verhält sich nicht so wie geplant. Der "Korridor nach Süden", den sie und ihre Wetterberater gestern noch gesehen haben, scheint heute nicht mehr befahrbar. Sodass sie und ihr Gefährt einen weiten westlichen Umweg in Kauf nehmen müssen. Der virtuelle Gegner Joyon konnte vor einem Jahr auf seiner östlicheren Route direkt nach Südosten halten. Für Ellen wird es wohl ein Kurs nach Südwesten bei Leichtwind werden, der sie von der kürzesten Route abbringt.










