Regatta-News
Ellen MacArthur: Licht am Ende des Tunnels
Ihren gesamten Zeitvorsprung hat sie im Südatlantik verloren – und der betrug bei Kap Hoorn immerhin fast fünf Tage. Die Skipperin ist deswegen unendlich frustriert. Weiß sie doch, dass die Jagd nach dem Rekord jetzt quasi neu gestartet wird. Doch sie gibt sich kämpferisch: "Noch haben wir eine Chance."
Diese Chance bestätigen Ellen MacArthurs Wetterexperten bei der Firma Commander's Weather in den USA. Noch sagen sie zwar leichte nordöstliche Winde für "B&Qs" Seegebiet voraus. Eine Strömung, die den Trimaran etwas von seinem fast genau nördlichen Wunschkurs abbringt. Jedoch sehen sie auf ihren Wetterkarten einen leichten Druckunterschied, der sich in einen Hauch übersetzt, später östlich dreht und dann in den Südostpassat übergeht. Für die nächsten Stunden sagen die Experten noch wahre Windstärken im einstelligen Knotenbereich voraus. Das bedeutet zwar, dass bei zehn Knoten erst einmal Schluss ist. Da das jedoch schwache 3 Windstärken bedeutet und die See nach MacArthurs Angaben ruhig ist, dürfte der Trimaran in Fahrt kommen. "Wir liegen etwas hinter dem Rekord. Aber wir geben nicht weiterhin Zeit ab", weiß MacArthur.
Von Entwarnung kann keine Rede sein. Dennoch peilt die Skipperin bereits die nächste Wetterhürde an: die Doldrums. In drei Tagen, schätzt sie, wird sie den Äquator erreicht haben. Sie möchte die Grenze zwischen den Halbkugeln möglichst westlich vom 27. Längengrad übersegeln — dort wird der Kalmengürtel schmaler. Jedoch geizt sie auch mit Westlänge, weil sie angesichts des Wetters auf der Nordhalbkugel möglichst weit östlich positioniert sein möchte. "Starke Passate und schmale Doldrums. Breite Doldrums und schwache Passate. Wie sich die Region um den Äquator verhält, weiß man erst, wenn man da ist", sagt Ken Campbell bei Commander's Weather. "Dass der Südatlantik nicht besonders nett zu uns war, wissen wir jetzt. Vor allem weiß das Ellen. Sie lebt die Phänomene gerade."










