Regatta-News
Ellen gibt Gas
Am 30. Tag auf See liegt die Britin bei ihrem Rekordversuch für die schnellste Einhand-Weltumsegelung über einen Tag vor der Zwischenzeit des derzeitigen Rekordhalters Francis Joyons
So gut wie heute lag Ellen MacArthur seit dem Start zu ihrem Rekordversuch noch nie im Rennen. Am heutigen Montag Morgen liegt die 28-Jährige mit ihrem eigens für sie maßgeschneiderten 75-Fuß-Tri "B&Q" 1 Tag und gut 7 Stunden vor der Zwischenzeit des Franzosen Francis Joyon bei seinem Rekordversuch vor Jahresfrist. Mittlerweile hat MacArthur fast 12.000 Seemeilen auf ihrer Route um den Globus zurückgelegt. Sie segelt momentan auf 45° Grad Süd, 110° Grad Ost und hat somit die ersten, bzw. letztplatzierten Segler der Einhand-Nonstop-Regatta Vendée Globe überholt (diese sind seit nunmehr 50 Tagen auf See). Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 17,1 Knoten.
Dieses Tempo-Niveau hat MacArthur am gestrigen Tag sogar getoppt. Sie schaffte ein Etmal von 464 Seemeilen. Für die nächsten Tage sieht es so aus, als könne sie den virtuellen Vorsprung auf Rekordhalter Joyon (der setzte die Bestmarke mit seinem 95-Fuß-Tri "Idec" auf 72 Tage) noch vergrößern. Denn der Franzose segelte südlich von Australien 370 Meilen weiter nördlich, hatte somit also einen längeren Weg um die Erdkugel zu segeln als MacArthur.
Die nur 1,60 Meter große Seglerin kämpft seit Tagen mit 25 bis 40 Knoten Wind und konfuser See. "Das Leben an Bord ist derzeit so anstrengend, dass ich nicht mal die Box mit Weihnachtsgeschenken, die im unteren Teil des Schiffes gebunkert ist, nach oben holen konnte", erzählte sie ihrer Basis-Crew.
Erschüttert nahm die kleine Britin die Nachricht von dem Tsunami in Südost-Asien auf. Sie selbst ist von der Naturkatastrophe jedoch nicht betroffen. "Eine solche Superwelle nehme ich hier auf See überhaupt nicht wahr", sagte sie im Gespräch mit ihrer Basis.










