America´s Cup
Eklat in Auckland
Der America’s-Cup-Gewinner Alinghi hat bei den Louis Vuitton Pacific Series in Auckland für einen Eklat gesorgt. Zahlreiche Zuschauer hatten sich am Wochenende vor der Stadt und auf dem Wasser versammelt um das mit Spannung erwartete America’s-Cup-Rematch Alinghi gegen Team New Zealand zu erleben.
Aber die Schweizer beschlossen kurz vor dem Start, auf das Rennen zu verzichten. Alinghi- Steuermann Ed Baird: "Wir lieben diese Regatta. Es ist großartig, dass wir alle wieder zusammen auf dem Wasser sein können.
Im Normalfall würden wir uns die Chance nicht entgehen lassen, gegen Team New Zealand zu segeln, so wie wir das in der Vergangenheit schon oft gemacht haben und es tut uns leid, dass wir diese schwierige strategische Wahl treffen müssen."
Als Grund für den Verzicht nannte Baird das komplizierte Format der Regatta. In der zweiten Round-Robin-Runde segelt das Team New Zealand nur außer Konkurrenz mit. Als Mitveranstalter ist es schon für das Finale gesetzt.
Siege gegen das Heimteam werden nicht mit Pluspunkten bewertet. Allerdings kann die Jury Minuspunkte vergeben, falls es zu schweren Kollisionen kommt. Das ist bereits BMW Oracle passiert als Schadenverursacher im Vorstart gegen die Briten.
Aber auch den Engländern wurde eine halber Punkt abgezogen, weil eine Teilschuld festgestellt wurde — sozusagen wegen „gefährlichen Spiels“. Dieses Risiko wollte Alinghi nicht auf sich nehmen.
"Wir können bei diesem Rennen nur verlieren, falls wir irgendeine Art Unfall oder Kontakt haben. Wir haben es im Team durchdiskutiert und beschlossen, dass es keinen Sinn macht, das Risiko einzugehen. Es ist klar, dass diesem Anlass streng darauf geachtet wird, Unfälle zu vermeiden und wenn wir dann schon ein Risiko eingehen, wird es in einem Rennen sein, das zählt."
Die übliche Match-Race-Regel des Punktabzugs im Falle eines ernsthaften Schadens („serious damage“) wurde bei den Louis Vuitton Pacific Series verschärft, um den Skippern die gewohnt aggressive Annäherung abzugewöhnen. Denn der Ausfall eines der vier Schiffe durch Schaden würde die ganze Veranstaltung gefährden.
Dennoch war der normalerweise sehr zurückhaltende Team-New-Zealand-Skipper Dean Barker stocksauer, nachdem er den Rennkurs alleine abgesegelt hatte. „Ich bin enttäuscht und angewidert“, sagt er im neuseeländischen Fernsehen. „Wir treffen uns hier zu einer schönen Sportveranstaltung und ich nehme ihnen die Begründung für das Nichterscheinen nicht ab.“
Ernesto Bertarelli, der sich am Wochenende in Auckland eingetroffen war, verteidigte die Entscheidung seines Teams. „Wir haben einen deal. Sie nehmen ihre Klage zurück und wir erscheinen mit einem wettkampffähigen Team bei ihrer Regatta. Nun zeigen wir Leistung, schließen alle Risiken aus, die uns am Siegen hindern, und werden trotzdem kritisiert. Das ist nicht verständlich.“
Tatsächlich kann man den Standpunkt der Schweizer verstehen. Bei einer ernsten Regatta wäre es unprofessionell, das Risiko eines möglichen Punktverlusts einzugehen. Und in Auckland gibt es zwar kein Geld aber jede Menge Prestige zu gewinnen.
Allerdings zeugt die Entscheidung auch wieder einmal von fehlendem Fingerspitzengefühl. Klar, dass der Gastgeber sich brüskiert fühlt. Man hätte auch ein Rennen ohne Vollkontakt segeln, es sogar mit Anstand verlieren und dann im Finale zeigen können, wer der Beste ist.
Sportlich immerhin zeigt sich Alinghi absolut auf der Höhe. Nach Schwächen in der Vorrunde blieb das Team in der zweiten Round Robin ungeschlagen, siegte auch gegen Intimfeind BMW Oracle überzeugend, und zieht in das Herausforderer Finale ein.
Der Gegner wird im KO-System unter den vier verbliebenen Teams der Goldgruppe (BMW Oracle 2 Punkte; Damiani Italy 2; Team Origin 0,5; Luna Rossa 0) und den beiden Siegern der Silbergruppe China Team/K-Challenge ermittelt.
Die Franzosen ermitteln im Duell mit den Engländern den Gegner von Damiani Italy im Viertelfinale. Das sieglose Luna Rossa Team segelt gegen Team China, den Sieger der Silbergruppe. Der Gewinner tritt im Viertelfinale gegen BMW Oracle an. Die Sieger der Viertelfinals segeln im Halbfinale gegeneinander. Der Gewinner trifft auf Alinghi.










