YACHT MdM

Eiskaltes Vergnügen und heiße Manöver

27.10.2012 Tatjana Pokorny, Fotos: YACHT / M. Strauch - Zum Auftakt der 33. YACHT Meisterschaft der Meister hinderte auch Eis auf Stegen und Decks die Favoriten auf der Alster nicht am Durchmarsch

YACHT MdM
Fotograf: © YACHT / M. Strauch

Fotogen in die Sonne geschossen: Frank Schönfeldts Team (r.) ringt um Haltung, Johannes Polgars Crew staunt

Allen voran gewannen der dreimalige Olympiasieger und Titelverteidiger Jochen Schümann und der Starnberger Segelprofi und Drachen-Europameister Markus Wieser, der die Kultegatta 2010 für sich entschieden hatte, ihre beiden ersten Wettfahrten souverän und zogen als Gruppensieger mit weißer Weste in die nächste Runde ein.

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YACHT Meisterschaft der Meister 2012: Jeder Meter zählt im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale

„Wenn man startet, will man auch gewinnen. Das macht beim Segeln am meisten Spaß“, sagte Jochen Schümann nach dem gelungenen Auftakt seines Projekts Titelverteidigung. „Hier sind Deutschlands beste Segler aus allen Klassen beisammen. Es ist das Kultevent der deutschen Segelcommunity.“ Schümann startet in Hamburg mit seiner Soling-Silbercrew von Sydney 2000, Gunnar Bahr und Ingo Borkowski. Segelprofi Markus Wieser hat sich die Olympia-Vierte Urlike Schümann aus Berlin und den Hamburger Lokalmatador Matti Paschen ins Boot geholt.

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Mit vollem Körpereinsatz: Steuermann Tobias Schadewaldt schaut, Vorschoter Frithjof Kleen hängt sich rein, pardon, raus!

Auch der Kieler 49er-Steuermann Tobias Schadewaldt, Sieger der YACHT Meisterschaft der Meister 2009 und Olympia-Elfter, qualifizierte sich mit Frithjof Kleen aus Berlin und Julian Ramm aus Kiel für das Viertelfinale. Schadewaldt schwärmte: „Wir hatten super viel Spaß bei traumhaftem Wetter und mit klasse Gegnern!“ Nach einem Frühstart im ersten Rennen hatte sich Schadewaldts Team noch auf Platz drei vorgekämpft und gewann anschließend das zweites Rennen überlegen. Schadewaldts Kurzanalyse: „Entscheidend ist auf diesen kurzen Kursen nicht so sehr die Bootsgeschwindigkeit. Wichtiger sind ein guter Start und die richtige Positionierung.“ Mit Schümann, Wieser und Schadewaldt steuerten die Sieger der letzten drei MdM-Auflagen beim Saisonfinale auf der Hamburger Außenalster am ersten Tag auf Erfolgskurs.

Ebenfalls qualifiziert für die Viertelfinal-Runde am Sonntagvormittag: Das Laser-Trio mit dem Sonthofener Laser-Europameister Philipp Buhl, dem Olympia-Sechsten Simon Grotelüschen aus Lübeck und Malte Kamrath aus Berlin. Die drei Einhandsegler fanden sich erstaunlich schnell als Team auf den neuen MdM-Booten vom Typ B/one zurecht und beherrschten auch den für sie ungewohnten Gennaker bestens. Buhl steuerte fehlerfrei wie zuletzt bei seinem Kieler-Woche-Sieg, und seine von der üblichen Steuermannposition auf einen Crew-Platz gewechselte Mannschaft harmonierte prächtig. „Ich bin ja derjenige mit der wenigsten Erfahrung auf größeren Booten“, räumte Simon Grotelüschen ein, „aber Malte hat eine außergewöhnlich schnelle Auffassungsgabe bei neuen Herausforderungen und hat mir gut geholfen.“

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Eiskaltes Vergnügen: Der erste Tag der Kultregatta begann bei Minusgraden mit glatten Decks, endete aber sonnig und mit vielen Favoritensiegen

Der Sprung ins Viertelfinale gelang auch den Mannschaften der Olympia-Achten Kathrin Kadelbach aus Berlin und des olympisch ambitionierten 470er-Steuermanns Jasper Wagner vom Verein Seglerhaus am Wannsee. Die Crews von Kielzugvogel-Meister Manfred Brändle und J-22-Meister Reiner Brockerhoff aus Duisburg sind ebenso eine Runde weiter wie der Deutsche Matchrace-Meister Sven-Erik Horsch aus Hamburg und 470er-Olympiateilnehmer Ferdinand Gerz aus München. Über den Hoffnungslauf qualifizierten sich schließlich die Deutschen Seesegel-Meister um Steuermann Max Gurgel vom gastgebenden Hamburger Segel-Club. Der zwölfte und letzte Platz für das Viertelfinale wurde erst am Abend im spektakulären Dimension-Polyant Night Cup ermittelt.

Das zweitägige Saisonfinale Deutschlands bester Segler, darunter die DSV-Olympiaflotte und die erfolgreiche Crews des Sailing Team Germany, wird am Sonntag ab 9 Uhr vor den Stegen des Hamburger Segel-Clubs auf der Außenalster fortgesetzt. Das Finale findet am frühen Nachmittag statt, bevor die erfolgreichsten Mannschaften gegen 16 Uhr auf dem Hamburger Messegelände auf der Hamburger Bootsausstellung in der Hanseboot-Arena in Halle A4 mit dem traditionsreichen Hanseboot-Pokal geehrt werden.

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