America's Cup
Ein Segelfest der Formel eins
Drei Cupper präsentieren sich mit ihren Proficrews vom 3. bis zum 6. August beim German Sailing Grand Prix in Kiel. Sie werden dicht vor den Augen des Publikums Fleet- und Matchraces austragen. Zum ersten Mal treffen damit drei aktuelle AC-Herausforderer in Deutschland zu einem Wettkampf aufeinander.
Der Louis Vuitton Act 12, die letzte Qualifikationsregatta dieses Jahres zum 32. Americas Cup, wurde zwar Anfang Juli abgeschlossen. Doch für drei der zwölf Teams ist die Regattasaison damit noch nicht beendet. In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt kommt es noch einmal zum Showdown. Die drei Top-Skipper der "USA 71", Chris Dickson, der "RSA 48", Mark Sadler, und Jesper Bank auf der "GER 72" versprechen packende Positionskämpfe auf dem anspruchsvollen Revier der Kieler Innen- und Außenförde.
Während die Rennen der Cupper im Mittelpunkt des Interesses stehen, soll ein spannendes Rahmenprogramm im Regattadorf an der Kiellinie an vier Tagen bis zu 200.000 segelbegeisterte Besucher an die Förde locken. Das Eventgelände erstreckt sich vom Institut für Meereskunde, wo die Cup-Yachten an der Brücke liegen, bis zur Reventlouwiese. Dazwischen gibt es zahlreiche Infotafeln rund um den Americas Cup und die drei Teams, Grinderstationen und Matchracesimulation zum Mitmachen sowie umfangreiche Merchandisingangebote der Beteiligten. Auf einem Bassin kann jedermann ferngesteuerte AC-Modellboote selbst segeln. Für die Großen wird es ab Freitag ernst. Zum Auftakt des Events am Donnerstag (3. August) steht zunächst ein "Warm-up" auf J/80-Booten (13 bis 17 Uhr) an, die neben jeweils zwei aktiven Americas Cup-Seglern auch verschiedene Prominente an Bord haben werden. Das erste Fleetrace, in dem alle drei Cupper gleichzeitig gegeneinander antreten, startet am Freitag um 12 Uhr direkt vor der Institutsbrücke. Um Bahnmarken in der Innenförde herum geht es dann je nach Windverhältnissen in die Strander Bucht oder an Bülk vorbei zum Stollergrund auf die Kieler Bucht, wo von 14 bis 17 Uhr drei Matchraces jeder gegen jeden stattfinden.
Dort segeln die Stars jedoch keineswegs unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Rennen werden live auf eine Großbildleinwand hinter der Aktionsbühne im Racevillage übertragen und kommentiert. Und wer das noch lieber hautnah draußen auf See verfolgen will, bucht bei der Tourist-Information von Kiel eine Regattabegleitfahrt (Telefon: 01805/656700). Das vielfältige Angebot zwischen 89 Euro pro Tag und 180 Euro für drei Stunden reicht vom Dreimast-Traditionssegler "Thalassa" über das Elbtraumschiff "Nordstern" bis zu echten Americas Cuppern.
Besucher können auch selbst Schot und Pinne in die Hand nehmen. Das Camp24sieben, ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke Kiel und KIEL.SAILING CITY, das auf dem Areal ansässig ist, auf dem auch der German Sailing Grand Prix stattfindet, lädt am Wochenende 5./6. August von 11 bis 17 Uhr vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene zum kostenlosen Schuppersegeln auf Kuttern, Jollen und Optimisten ein.
Nachdem die täglichen Matchraces abgeschlossen sind, die es zeitgleich auch am Sonnabend und am Sonntag zwei Stunden früher geben wird, startet das Trio erneut ein Fleetrace, das seinen Zieleinlauf zwischen 18 und 18.30 Uhr (Sonntag zwischen 16 und 16.30 Uhr) wieder in der Innenförde hat. Danach wird Moderator Christoph Schumann die Männer des Tages zum Interview auf die Aktionsbühne holen.
Der erste German Sailing Grand Prix soll den eingefleischten Fans, aber auch den Segelinteressierten in Deutschland die Faszination Americas Cup näher bringen und zwar so authentisch wie möglich. Darin sind sich die drei Syndikate einig, die dem Kieler Yacht-Club die Regattaorganisation übertragen haben. "Wir nehmen das ernst und werden mit einer Top-Mannschaft an den Start gehen", versprechen die drei teilnehmenden Teams unisono. Die deutsche Mannschaft kommt mit der "GER 72", einem ehemals italienischen Boot von Mascalzone Latino aus 2003, in ihren Heimathafen. Vor Kiel hat die Crew um Skipper Jesper Bank im Vorjahr einige Wochen trainiert. "Ob das ein Vorteil für uns ist, weiß ich nicht", sagt der Däne, "in jedem Fall wollen wir den anderen besser Paroli bieten, als zuletzt bei den Acts in Valencia." In Spanien war das United Internet Team Germany nur Vorletzter geworden, auch weil die Gegner schon mit schnelleren Neubauten antraten. Nach Kiel kommen diese aber ebenfalls mit ihren Trainingsschiffen. Auch die "USA 71" von BMW Oracle Racing ist drei Jahre alt und diente als Sparringsboot auf dem Weg ins Finale des Louis Vuitton Cups 2003 gegen den späteren Americas Cup-Gewinner Alinghi aus der Schweiz. "Das ist mein Baby. Mit der Yacht werden wir auf dem Event zeigen, wie viel Hightech, Teamwork und Professionalität in der Formel eins des Segelns involviert ist", erklärt der Münchner Vorschiffsmann Tony Kolb (30), der zugleich als Bootsmann für dieses Schiff verantwortlich ist. Die gleiche Aufgabe hat der Hamburger Tim Kröger (41) auf der "RSA 48" im Team Shosholoza. Das Boot, mit dem Prada Challenge (Italien) im Louis Vuitton Cup 2000 antrat, wurde bereits auf seinen Einsatz vorbereitet und die Systeme kontrolliert, damit es in Kiel perfekt funktioniert. Kröger: "Die RSA 48 ist der Grundstein unserer Kampagne, quasi ein Mythos. Es hat den Weg von Kapstadt nach Valencia gemacht und kommt nun in mein Heimatland. Es bedeutet uns viel, dieses Boot in Deutschland vorzuzeigen."










