America’s Cup
Ein Match im Jahr 2013 deutet sich an
Der Verteidiger und der erste Herausforderer haben die Bedingungen für das 34. Cup-Match veröffentlicht. Große Überraschungen sind darin vorerst nicht zu finden. Die weiteren potenziellen Herausforderer sind nun zur Diskussion aufgefordert.
Das Protokoll regelt die Rahmenbedingungen des Americas Cup, wer welche Rechte hat, wann und wo gesegelt wird und vieles Weitere. Gestern wurde ein erster Entwurf veröffentlicht. Einer der interessantesten Punkte: Nicht ein einziges Mal taucht darin das Jahr 2014 auf. Mehr noch: Eine geforderte Bankgarantie muss nur bis zum 31. Dezember 2013 gültig sein. Auch die Daten für die Vorregatten sowie die Einsatzzeiten der neuen Yachten deuten auf ein Cup-Match im Jahr 2013 hin.
Laut Protokollentwurf soll es außerdem eine unabhängige Jury mit weiten Machtbefugnissen geben, daneben ein neutrales Race-Management. Die Vermarktung soll verbessert, die Teams an Erlösen beteiligt werden, soweit vorhanden. Das sind die wichtigsten Aussagen des Papiers.
Die potenziellen Herausforderer sollen nun ihre Meinung zu diesem Protokoll abgeben. Deren Vorschläge oder Änderungswünsche sind jedoch in keiner Weise bindend, das endgültige Protokoll wird allein vom Verteidiger, dem Golden Gate Yacht Club mit dem Team BMW Oracle Racing, sowie dem ersten Herausforderer, dem Club Nautico di Roma mit dem Team Mascalzone Latino, festgezurrt.
Weitere Kernpunkte des Entwurfs in Kurzform:
Meldung potenzieller Herausforderer
Vom 1. Oktober 2010 bis 31. Januar 2011, Nachmeldungen sind bis zum 31. März 2011 möglich, jedoch nur, wenn es bis dahin weniger als acht Herausforderer gibt.
Kosten
Eine Bankbürgschaft in Höhe von 3 Millionen US-Dollar, auf die der Veranstalter bei Bestrafungen oder in anderen Fällen Zugriff hat, die jedoch bei Nichtgebrauch zurückgezahlt wird. Das Meldegeld beträgt 1,5 Millionen Euro, die Nachmeldegebühr noch einmal 1 Million US-Dollar.
Neue Boote
Die Konstruktionsregel wird am 30 September bekanntgegeben. Der Passus in der Stiftungsurkunde, dass der Rumpf im Land des Herausforderers gebaut sein muss, soll so interpretiert werden, dass das nur für den Herstellungsprozess, also das Laminieren selbst, nicht für die Materialien oder Anhänge gilt. Dies war ein Streitpunkt zwischen Alinghi und BMW Oracle Racing. Nachdem ein Rumpf erstmals zu Wasser gelassen wurde, gilt er als fertig und darf anschließend nur noch bis zu 50 Prozent der Rumpfoberfläche verändert werden.
Maximal zwei neue Boote dürfen gebaut werden, eins davon muss bis 31. Dezember 2011 fertig sein, erst neun Monate vor dem Final-Match darf ein zweites neues Boot kommen. Damit sollen langwierige und kostenintensive Testperioden vermieden werden. Außerdem sind die Testzeiten generell limitiert.
Die Zahl der Segel ist limitiert, außerdem dürfen nur vier Masten, vier Kielfinnen und drei Bomben gebaut werden.
Herausfordererrunde
Das Format für die Ausscheidung der Herausforderer wird bis 1. März 2011 bekanntgegeben. Sie soll nicht länger als zwei Monate dauern. Wenn keine Einigung über das Format erzielt werden kann, soll der Modus des 32. Cups angewendet werden.
Wenn es acht oder weniger Herausforderer gibt, dürfen alle an der Ausscheidung teilnehmen; wenn es bis zu zehn sind, dann die acht besten aus den Vorregatten; wenn es elf oder mehr sind, dann die besten zehn.
Wenn es mehrere Verteidiger geben sollte, kann eine Verteidigerrunde durchgeführt werden.
AC-Finale
Das AC-Match soll zwischen fünf und zehn Tagen nach der Herausfordererrunde beginnen.
Vorregatten
Jeweils sechs bis acht Regatten in den Jahren 2011 und 2012, mindestens zwei 2013 vor der Herausfordererrunde. Das Format wird bis 31. Dezember 2010 bekanntgegeben. Ab 31. März 2012 sollen sie auf den neuen Cup-Yachten gesegelt werden, erst die Regatten 2012 werden gewertet, diese mit dem Faktor 1, 2013 alle mit dem Faktor 3. Die Ergebnisse werden bei einer nötigen Teilnehmerbegrenzung der Herausfordererrunde herangezogen.
Die Vorregatten können als Weltmeisterschaft deklariert werden.










