America's Cup
Ein klarer Sieg für Alinghi
Am gleichen Tag, an dem Alinghi offiziell das neue Boot, die SUI91 tauft, gewinnt das Team auch Act 11, das Fleetracing. Für die Deutschen blieb nur der vorletzte Platz, es wurde dennoch ein "Trend nach oben" diagnostiziert.
Das Rennen wurde nach einer kurzen Verzögerung auf dem Nordkurs vor Malvarossa Beach bei 8 bis 9 Knoten gestartet. Alinghi legte einen sauberen Start hin, segelte nach links, kontrollierte als luvseitiges Boot den Rest der Flotte und dominierte den härtesten Verfolger in Act 11, Luna Rossa Challenge. Das Schweizer Team konnte sich schon früh einen Vorteil erarbeiten, segelte in einem Linksdreher zurück ins Zentrum des Kurses. Eine Wende, schon waren sie auf der rechten Layline und rundeten die erste Luvtonne mit 12 Sekunden Vorsprung. Auf der Vorwindstrecke führten sie das Rennen in der Mitte der linken Kursseite an. Alinghi rundete das linke Leegate mit einer Führung von 31 Sekunden, fiel nach links, kam dann zurück ins Zentrum, um Luna Rossa Challenge und Mascalzone Latino Team Capitalia zu kontrollieren, und segelte nach rechts. Die Schweizer rundeten die zweite Luvtonne mit einem Vorsprung von 39 Sekunden, bauten diese Führung auf der linken Seite der Vorwindstrecke aus und halsten zurück, um BMW ORACLE Racing unter Kontrolle zu behalten. Mit einer deutlichen Führung von 1 Minute 27 Sekunden überquerte der Titelverteidiger die Ziellinie zum Gewinn von Act 11.
Zweite wurden die Neuseeländer in diesem Rennen, dritte BMW Oracle Racing und vierte Luna Rossa Challenge. Das deutsche Team belegte Platz zehn, die Chinesen waren nicht gestartet.
Damit belegt das deutsche Team sowohl in diesem Act als auch in der Gesamtwertung aller Qualifikationsrennen zum 32. America's Cup den elften Platz. "Mit diesem Ergebnis sind wir natürlich nicht zufrieden, jeder im Team hat mehr erwartet. Aber die Jungs kämpfen weiter wie die Verrückten, und das ist das Gute in dieser Mannschaft", sagte Skipper Jesper Bank nach dem letzten Rennen.
Für den Platz des deutschen Teams in der Gesamtwertung von Act 11 war das Ergebnis des letzten Rennens bedeutungslos. Der zehnte Platz war mit zwölf Punkten Abstand unerreichbar, und das letztplatzierte China Team war wegen eines Schadens an seinem Bootsrumpf nicht mehr angetreten.
"Der Trend aus Act 10 hat sich in Act 11 bestätigt — das ist leider weniger als wir erwartet haben. Dennoch war zu sehen, dass das Team sich verbessert hat, und ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind", sagte Syndikatschef Michael Scheeren. Für den nächsten Louis Vuitton Act 12, der am 22. Juni in Valencia beginnt, setzt sich das United Internet Team Germany erreichbare Ziele. "Die klare Zielsetzung muss lauten, ein bisschen besser zu sein als bei diesen Acts", sagte Scheeren. "In den wenigen Wochen bis Act 12 können wir nicht viel erreichen. Trotzdem werden wir alles analysieren, um die Gründe für unser Abschneiden zu finden. Es wäre gut, wenn wir uns den einen oder anderen vor uns Platzierten noch schnappen könnten", ergänzte Jesper Bank.
Alinghi tauft SUI 91
Kurz nach dem Sieg beim Act 11 tauften Ernesto Bertarellis Frau und Tochter offiziell die SUI91, das neuste Boot im Alinghi-Stall. "Dies ist ein Moment, der mich mit grossem Stolz erfüllt. Das Team hat hart an diesem Boot gearbeitet — dies ist unser erster Schritt auf dem Weg, den Americas Cup wieder zu gewinnen. Und es ist eine grosse Befriedigung für uns alle, dieses Boot heute Abend zu taufen", sagte Ernesto Bertarelli.
Die SUI91 ist Alinghis drittes Boot und gleichzeitig das erste von zwei neuen Booten, die der Titelverteidiger des 32. Americas Cup lanciert. Das Boot wurde in der Schweizer Werft Décision in Vevey gebaut. Die Arbeiten begannen im Januar, und es waren rund 20 000 Stunden für das Design und fast ebenso viele für den Bau nötig. Das Design-Team besteht aus 16 Leuten, die sich jeweils auf ein spezifisches Fachgebiet spezialisiert haben. Rolf Vrolijk, Chefdesigner, entwarf zusammen mit Manolo Ruiz de Elvira den Rumpf, und Dirk Kramers führte ein Team von Ingenieuren. Der Austausch mit dem Segelteam war zentral, betont Grant Simmer, Design-Koordinator: "Hinter der SUI91 stecken mehr als zwei Jahre Arbeit des Design-Teams. Dazu kamen die Ideen und Inputs des Segelteams, das im Alinghi-Designprozess immer eine entscheidende Rolle spielt." Die Americas-Cup-Class-Yacht kam am 4. April nach einer 1230 Kilometer langen Überland-Reise in Valencia an. Die Landcrew-Mitglieder Michel Marie und Gary Hutchinson koordinierten die Bootsbauer bei der Fertigstellung des Bootes.
Skipper und Taktiker Brad Butterworth, Drink in der Hand, beschreibt den Moment: "Dieses Boot ist das Resultat aus drei Jahren Arbeit seitens des Designteams, dazu kommt das riesige Engagement der Bootsbauer. Wenn ich jemanden speziell erwähnen müsste, wäre das sicherlich Gary Hutchinson. Er hat grossartige Arbeit geleistet, um das Boot so hinzubekommen, wie es heute vor uns liegt. Ich freue mich schon darauf, es zu segeln!"










