America's Cup
Die Nachricht hinter der Nachricht
„Team Germany plant Folgekampagne“ titelt die Presseabteilung des deutschen America´s Cup Teams in einer Mitteilung vom vergangenen Freitag. Endlich eine positive Nachricht aus dem Lager der AC-Helden - könnte man meinen. Aber dahinter verbirgt sich eine unerfreuliche Personalie.
„Um diesen Entscheidungsprozess kompetent und optimal zu gestalten, wird das Team Germany Eberhard Magg, Vorstand Technik, ab dem 1. Dezember 2006 mit dieser Aufgabe betrauen“, heißt es in der Pressemitteilung. Soll heißen, der Technik-Chef wurde von seinen Aufgaben im operativen Geschäft des aktuellen Cups entbunden.
Das Tuning des neuen Bootes liegt jetzt nach Aussage von Teamchef Michael Scheeren in den Händen des Chefdesigners Axel Mohnhaupt. Außerdem soll Shore-Manager Nigel Blackbourn (NZL) in Technikfragen seinen Teil zusteuern. „Er ist ja nicht aus der Welt“, sagt Scheeren und betont, wie wichtig die Planung der nächsten Kampagne ist.
Tatsächlich ist es durchaus logisch und professionell, die nächste Herausforderung zu durchdenken. Auch deshalb, weil vieles darauf hindeutet, dass der nächste Cup schon 2009 starten könnte. Zukunftsmodelle der potenziellen Cup-Sieger 2007, die für den nächsten Austragungsmodus verantwortlich sind, verdichten sich in diese Richtung. Denn die Sponsoren wünschen sich mehr Kontinuität.
Andererseits ist es kein Geheimnis, dass die Planungsarbeit für den Papierkorb sein kann. Wenn zum Beispiel die Neuseeländer gewännen ist eine Folgekampagne mit United Internet als Sponsor sehr zweifelhaft. Auch im Falle eines BMW Oracle Sieges gäbe es Probleme, weil der US-Markt für Ralph Dommermuth nicht gerade im Focus liegt.
Angesicht dieser Lage ist es mehr als erstaunlich, wenn der Technik-Chef während der heißen Optimierungs-Phase des neuen Schiffes offiziell mit der Zukunftsplanung betraut wird. Irgendetwas ist schief gelaufen.
Teamchef Michael Scheeren verneint das. „Mit dem Bau des neuen Schiffes ist eine wichtige Aufgabe von Eberhard Magg abgeschlossen.“ Seine Stärke sei die Planung. Und das Team sei so gut aufgestellt, dass es sich den Luxus erlauben könne, die Leute dort einzusetzen, wo sie am besten sind.
Magg bestätigt auf Nachfrage diese Version. „Der Faktor Zeit ist das A und O der nächsten Kampagne. Da müssen wir früh loslegen.“ Insidern ist allerdings länger bekannt, dass es immer wieder Probleme zwischen Jesper Bank und der Technik-Abteilung gab. Erst recht seit der erheblichen Probleme mit der neuen Kielfinne, die einen Monat Segelzeit kostete. Das Ergebnis ist jetzt klar. Magg hat den internen Machtkampf verloren.










