America’s Cup
Die Anatomie des Flügel-Monsters
Das Flügelrigg des amerikanischen Teams BMW Oracle Racing ist mit 57 Meter Höhe das größte jemals gebaute. Wie es funktioniert und warum es einem herkömmlichen Segel überlegen sein soll, erklärt der große Technik-Report.
BMW Oracle Racing hat für seinen Trimaran ein gigantisches Flügelrigg gebaut, das alles Dagewesene buchstäblich in den Schatten stellt. Seine Perfektionierung wurde durch den Bruch eines Standardriggs bei Testfahrten begünstigt. Fast 60 Meter ragt das halbe Oval in den Himmel, rund 600 Quadratmeter Segelfläche bringt der Tri damit an den Wind. Das sind 80 Prozent mehr Fläche, als der Flügel eines Boeing-747-Jumbojets aufweist. So ist auch die Entwicklung von Flügelsegeln eine Domäne der Aerodynamiker, die den Vergleich mit Flugzeugen bemühen, bei denen schon früh die weichen, tuchbespannten Flügel durch effektivere starre Tragflächen ersetzt wurden.
Der Flügel des Trimarans verfügt im Wesentlichen über drei Trimmelemente: die Drehung des vorderen Flügelteils, die Profiltiefe, die vom Winkel zwischen dem vorderen und dem hinteren Segment bestimmt wird, und den Twist, die Verdrehung. Dazu kann der hintere Flügelteil verformt werden. Er besteht aus acht Klappen, die sich über Seilzüge und Hebelarme individuell und sehr präzise einstellen lassen. Die traditionelle Großschot entfällt.
Dabei standen die Konstrukteure hinsichtlich der auftretenden Kräfte, aber auch wegen der kurzen Umsetzungszeit, vor gewaltigen Herausforderungen.










