Middle Sea Race

Der Endspurt hat begonnen

25.10.2012 Bendix Hügelmann, Fotos: Rolex / Kurt Arrigo - Die Entscheidung über den Gesamtsieg beim diesjährigen Rolex Middle Sea Race könnte noch heute Nacht fallen. Schümann holt Line Honours

Varuna
Fotograf: © Rolex / Kurt Arrigo

Die deutsche KER 51 "Varuna" hoch am Wind während des Rolex Middle Sea Race

Das Rolex Middle Sea Race nähert sich seinem Ende. Unter der Führung von Jochen Schümann erreichte der 100-Fuß-Super-Maxi "Esimit Europa 2" das Ziel in Valletta als erste Yacht und gewann damit das prestigeträchtige Rennen um die Line Honours für die schnellste gesegelte Zeit. Schümann zeigte sich im Interview unmittelbar nach dem Zieldurchgang sichtlich erleichtert, den mühsamen Flautenpoker zumindest auf dem Wasser bis ins Ziel gerettet zu haben. Der Titel "First Ship Home" war für die europäische Crew des 30-Meter-Renners mehr Pflicht als Kür gewesen.

Flautenpoker nördlich von Messina

"Wir erreichten den Stromboli in Sichtweite mit Ran 2 und Stig, was für einen 100-Fußer natürlich nicht ausreichend ist", sagte Schümann. "Nach dem Stromboli halsten wir weg und suchten einen eigenen Kurs unter Land, der es uns dann ermöglichte, uns abzusetzen", so Schümann weiter. Die 30 Fuß kürzeren Mini-Maxis "Ran 2" und "Stig" lagen noch bis zum Stromboli gleichauf und brachten den unter slowenischer Flagge startenden Maxi arg in Bedrängnis. 

Als erste deutsche Yacht überquerte Jens Kellinghusens KER 51 "Varuna" gegen Mitternacht die Ziellinie vor Valletta. Derzeit wird die mattgraue Rennyacht an achter Position im Gesamtranking geführt. Mit noch 58 im Rennen stehenden Yachten ist jedoch zu erwarten, dass "Varuna" diese Position nicht halten können wird. Daumen drücken heißt es außerdem für die Crew der deutschen Marten 49 "Speedy". Das Team um Skipper Bernard Xiberras liegt derzeit auf einem sehr guten zweiten Rang über alles. Einfluss auf den Ausgang des Rennens haben jedoch weder die Crew der "Varuna" noch der "Speedy". Für den Gesamtsieg wird entscheidend sein, wie schnell die noch im Rennen befindlichen Yachten das Ziel in Malta erreichen können.

Entscheidung heute Nacht?

Ein großer Pulk von Yachten hat gegen Mittag die letzte Wendemarke passiert und steht derzeit rund 60 Seemeilen westlich der maltesischen Inseln, darunter auch die deutschen "Shakti" und "Kohinoor". Die größte Bedrohung für die derzeit als Gesamtsieger gelistete Welbourne 46 "Hi Fidelity" stellen jedoch die moderate J 122 "Artie RTF", Gesamtsieger des Vorjahrs, und die XP-44 "XP-ACT" dar.

Beide Crews hatten in den vergangenen Tagen eine beachtliche Performance darboten und mitunter deutlich größere und schnellere Yachten hinter sich gelassen. Die beiden Performance-Cruiser werden noch heute Abend auf Malta erwartet. Segeln sie schnell genug, könnten sie berechnet ganz oben auf der Ergebnisliste auftauchen. 

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