Quebec–St. Malo
Das Raue beim Segeln am Fluss
Als wär’s taktisch nicht schon anspruchsvoll genug, mit dem Strom des St. Lorenz von achtern gegen die Tide von vorn anzukämpfen, kam zeitweise auch noch giftiger Wind aus West dazu. Dem Team von Riechers war zu Beginn dennoch alles nach Wunsch gelungen. „Mare” hatte nach dem Start sogar schon die Führung erobert, als sich Admiral Murphy (bekannt und gefürchtet durch Murphy’s Law) zu Wort meldete. „Wir hatten uns durch die Flotte geackert und hatten schon mal drei Meilen Vorsprung”, bloggte Co-Skipper Ryan Breymaier. „Dann das Desaster: In einer fetten Bö zerfetzte der Spi, als er unter Last kam, während wir mit bösartigem Wind gegen die Stromwellen ankämpften.”
Also temporärer Blasenwechsel, während das wunde Nylon unter Deck geschafft und mit Klebeflicken provisorisch repariert wurde. Dieses Manöver kostete vorübergehend den Platz an der Sonne, weil zur Sicherheit auch genäht werden muss. Dieser Teil der Segelgarderobe dürfte bald sehr beansprucht werden, weil die Vorhersage mehr Wind verspricht, auch wenn es zwischendurch draußen am Fluss etwas abgeflaut hat.
Bei der Annäherung an den St.-Lorenz-Golf lieferte sich die vierbootige Führungsgruppe in der Class40 ein heißes Rennen. „Mare” lag heute früh vor dem Ort Sainte-Anne-des-Monts knapp vor „Comiris-Elior” wieder in Führung. Dahinter „Latitude Neige/Longitude Mer” und „Eole Generation-GDF Suez”. Weiter hinten das Mittelfeld mit Mathias Müller von Blumencrons „Red” auf Platz 10, 43 Meilen hinter seinem Landsmann Riechers. „Wechselnde Winde und extreme Flauten machen es uns und den anderen nicht gerade leicht heute, aber wir konnten uns zwischendurch immer wieder verbessern”, schreibt Andreas Lindlahr, der Navigator auf „Red”. „Nur die Spitzengruppe hat sich leider relativ weit vom Feld entfernt. So, ich muss warmes Zeug anziehen, die Abende und Nächte sind kalt hier draußen. Und dann hoch, den Code Zero gegen die Genua tauschen. Es brist etwas auf!”
Böse erwischte es „Sevenstar Yachttransport” mit Co-Skipper Anna-Maria Renken, die beim Zusammenfluss von St. Lorenz und Sagenuay mehrere Stunden mit ein paar anderen Booten hängengeblieben war. So hat sich das französisch-deutsche Team mehr als 80 Meilen Rückstand und die Lanterne rouge eingehandelt. Schnellstes Boot ist bisher der Multi50-Trimaran „FenêtréA Cardinal 3", mit Skipper Erwan Le Roux, der als einziges Schiff vor den besten Class40 liegt.
Die Eventseite und die Positionsverfolgung.










