America's Cup

Conner protestiert gegen OneWorld

26.11.2002 Carsten Kemmling - Die Jury hat den Protest wegen "Unsportlichkeit" durch Spionage wider Erwarten angenommen

Das Klima zwischen den Hoffnungslauf-Gegnern OneWorld und Team Dennis Conner vergiftet sich zunehmend, seit Conner am Samstag zusammen mit Prada das Schlichtungskomitee gebeten hat, den Spionagefall um Sean Reeves wieder aufzunehmen.

Jetzt hat Conner eine weitere Eskalation eingeleitet, indem er sein Schiff bei der Niederlage gegen OneWorld mit einer roten Protestflagge über die Ziellinie segeln ließ. Seiner Meinung nach habe OneWorld durch zahlreiche Vergehen gegen das America's Cup Protokoll die Regel zwei der Internationalen Wettsegelbestimmungen verletzt, bei der es um das faire Segeln geht.

Conner hofft durch die Internationale Jury eine schnellere Entscheidung zu seinen Gunsten herbeiführen zu können, als es durch die Schlichtungskommission möglich ist. Die fünf Schlichter sitzen in der ganzen Welt verteilt und brauchten zuletzt neun Monate, um OneWorld für den Spionagefall einen Punkt abzuziehen. Diesmal haben sie die Entscheidung in einem Monat angekündigt.

Eigentlich war erwartet worden, dass die Jury den Protest ablehnt, weil alle Herausforderer darin übereingestimmt haben, technische Dispute vor dem ersten September zu klären. Aber die neuen Beweise, die Conner vorgelegt hat müssen erdrückend sein.

Die Jury will jetzt am ersten Dezember nach den Hoffnungsläufen die Verhandlung beginnen. Der Protest hat nichts mit der Anrufung der Schlichtungskommission durch Prada und Conner zu tun. Dieses Verfahren läuft ebenfalls weiter. Conner fährt zweigleisig.

Hintergrund der neuerlichen Vorwürfe gegen OneWorld ist die Ansicht der meisten Syndikate, dass OneWorld mit dem Punktabzug zu einfach davongekommen ist. Deshalb wurden hinter den Kulissen weitere belastende Fakten gesammelt, die jetzt offenbar auf dem Tisch liegen. Die Juristen vom Team Dennis Conner und Prada sagen, ihnen liegen neue Beweise vor, die vom Team New Zealand weitergeleitet wurden.

Besonders belastend ist eine E-Mail vom 27.10.2000 an Sean Reeves. Darin schreibt der Absender, ein Mast Ingenieur namens Scott Vogel: "Die Arbeit an unseren Mast-Beschlägen war im wesentlichen das Kopieren der Team New Zealand Designs basierend auf den Angaben der ehemaligen Team New Zealand Mitglieder."

OneWorld Sprecher Bob Ratcliffe sagt dazu: "Das ist nichts Neues. Nur noch mehr Blödsinn von Sean Reeves. Das Timing der Vorwürfe sei eindeutig darauf ausgelegt, die Leistung seiner Segler bei den Rennen zu beeinflussen. "Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Jungs sind dagegen immun. Das schweißt sie nur noch mehr zusammen.

OneWorld hatte im September seinen Prozess vor einem Zivilgericht in Seattle gegen Sean Reeves gewonnen. Dabei wurde Reeves für schuldig befunden, den Versuch unternommen zu haben, OneWorld Design Informationen an die Konkurrenz zu verkaufen.

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