Sydney Hobart Race

"Comanche"-Crew übernimmt das Kommando

26.12.2015 Tatjana Pokorny, Fotos: Rolex/Stefano Gattini - Es ist die erwartete Neuauflage des Duells von 2014: Jim Clarks pfeilschnelle "Comanche" führt nach 100 Seemeilen vor "Wild Oats XI"

Die 71. Auflage des Langstreckenklassikers Rolex Sydney Hobart Race hat begonnen. Kurz nach dem Startschuss am 2. Weihnachtstag um 13 Uhr Ortszeit (3 Uhr morgens deutscher Zeit) schickte die Wettfahrtleitung des Cruising Yacht Club of Australia die Flotte der 108 Boote in die Hatz nach Hobart. Vier Boote haben bereits aufgegeben. Mit 27 internationalen Yachten verzeichnen die Veranstalter eine neue Rekordbeteiligung aus dem Ausland.

Ein schöner Ausblick auf das Rennen und seine Favoriten, die keine Mühen gescheut haben, sich für den Kampf um Line Honors und Sieg in Form zu bringen

An der Spitze des Feldes rasen die Super-Maxis der Flotte davon. Nach den ersten 100 Seemeilen zeichnet sich eine Wiederholung des Duells der beiden Favoritinnen von 2014 und 2015 ab: Der pfeilschnelle Hundertfußer "Comanche" von Netscape-Gründer Jim Clark hat die Führung vor der australischen "Wild Oats XI" übernommen. "Wild Oats XI" hatte die Ziellinie vor Hobart bei den letzten drei Auflagen der legendären Langstrecke als Erste erreicht. Insgesamt gelang den Australiern diese Leistung sogar acht Mal in zehn Jahren. Das Boot war immer wieder modifiziert worden. Zuletzt hatte die Oatley-Familie für die laufende Auflage sogar zwei Meter vom Heck ihrer Yacht für einen verlängerten Bugspriet geopfert. Ob das im Duell mit der wesentlich jüngeren "Comanche" erneut zum Sieg reichen wird, bleibt zunächst fraglich, denn "Comanche"-Skipper Ken Read und sein Team zogen am ersten Regattatag in frischen nordöstlichen Winden davon, bauten ihre Führung nach den ersten 100 Seemeilen auf gute fünf Seemeilen aus.

Rolex Sydney Hobart Race 2015
Fotograf: © Rolex/Stefano Gattini

Start ins Rolex Sydney Hobart Race 2015: Die "Comanche"-Crew übernimmt das Kommando

Wer sich jedoch an die 70. Jubiläumsauflage im vergangenen Jahr erinnert, der wird wissen, dass auch vor einem Jahr "Comanche" als Spitzenreiterin Hobart entgegenstrebte, im kriminal spannenden Finalduell in flauen Winden "Wild Oats XI" doch noch knapp unterlag. Und es sind erneut schwache Winde für den letzten Teil der Regatta vorhergesagt...

Rolex Sydney Hobart Race 2015
Fotograf: © Rolex/Stefano Gattini

Startszenen vor der imposanten Kulisse von Harbour Bridge und Opernhaus

Die schnellsten Teams werden bereits am 28. Dezember in Hobart erwartet. Die kleinsten Boote treffen dort voraussichtlich bis zum Jahreswechsel ein. Die junge Crew auf der einzigen deutschen Teilnehmerin "Haspa Hamburg" mit Skipper Johan Schultz vom Hamburgischen Verein Seefahrt lag nach den ersten rund 65 Seemeilen auf Platz 32 und wird ebenfalls am 28. Dezember im tasmanischen Zielhafen erwartet. Das 630 Seemeilen lange Rolex Sydney Hobart Race zählt neben dem britischen Fastnet Race und dem amerikanischen Newport Bermuda Race zu den drei bekanntesten Regatta-Langstrecken der Segelwelt. 1998 kam der australische Klassiker zu trauriger Berühmtheit, als fünf Yachten sanken und sechs Segler ums Leben kamen. Seitdem sind die Sicherheitsvorkehrungen stark verbessert worden.

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