America's Cup

China siegt gegen BMW Oracle

30.04.2007 Carsten Kemmling, Fotos: ACM 2007, Live Sailing, - Team Germany chancenlos gegen Shosholoza. Areva besiegt Mascalzone und +39. Jablonski rettet eine Sekunde Vorsprung.

Fotograf: © ACM 2007
Beim public viewing vor der Großleinwand im AC-Hafen kommt Stimmung auf

Der zweite Tag der Rückrunde war so, wie ihn sich die Organisatoren vorgestellt haben. Über 60000 Zuschauer im America´s Cup Hafen und erstmalig wehte die typische Seebrise mit bis zu 17 Knoten. Das sorgte für einen gebrochenen Spibaum (Mascalzone) eine gerissene Fockschot (+39) und große Probleme bei BMW Oracle.

Nach dem Bruch eines Stages mussten die Amerikaner die erste Kreuz ohne Vorsegel absolvieren und schenkten somit den Chinesen ihren ersten Sieg. Das war umso trauriger, weil heute Chris Dickson das Steuer an den Dänen Sten Mohr abgegeben hatte. Eine große Geste von Dickson, von dem es heißt, dass der smarte B-Boot Steuermann einer der wenigen sei, die ihn kritisieren dürfen.

Der große Verlierer des Tages hätte heute Karol Jablonski werden können, nachdem ihn Ian Percy, der Steuermann von +39 im Vorstart am Startschiff abgestreift hatte. Auch danach zeigte das italienische Team eine überzeugende Geschwindigkeit bei dem frischen Wind. Nach 31 Wenden auf der ersten Kreuz lag Percy 23 Sekunden vorne.

Dann riss auf der zweiten Kreuz die Fockschot. Die Führung schrumpfte auf 9 Sekunden. Und kurz vor der Ziellienie überholten die Spanier. Sie retteten eine Sekunde Vorsprung. Ein wichtiger Sieg im Kampf um den Halbfinalplatz. Denn die heutigen zwei Niederlagen von Mascalzone Latino geben den Spaniern viel Luft.

Besonders die Niederlage der Italiener gegen die Franzosen konnte nicht erwartet werden. Zumal Mascalzone klar den Start gewonnen hatte. Aber bei 11 Knoten Wind zeigten die Franzosen eine gute Geschwindigkeit und aggressive Taktik. Auf dem Vorwindkurs gelang es dem jungen Steuermann Sebastian Col mit einem überraschenden Luvmanöver den Italienern einen Penalty zu verpassen.

Angesicht dieser ereignisreichen Rennen verlief das deutsche Match gegen Shosholoza erschreckend unspektakulär. Erneut leichte Nachteile beim Start reichten aus, um das Rennen zu verlieren. Etwas zu spät dran, etwas zu viel Abstand zum Luvschiff und etwas zu wenig Speed addierten sich am Ende zu einem Rückstand von 1:23 Minuten.

„Die Shosholoza ist bei dieser Windstärke einfach ein wenig schneller. Die Windbedingungen waren heute sehr konstant, es gab keine Winddreher. Deshalb gab es nicht viel, das wir tun konnten“, sagte Taktiker David Dellenbaugh nach dem Rennen.

Fotograf: © Live Sailing
Moment des Starts. Shosholoza ist schneller und erarbeitet sich genug Abstand nach Luv, um sich dort halten zu können


Der Querabstand wächst von 45 auf 82 Meter. Shosholoza segelt mehr Höhe


Ranking after LVC RR2 Flight 2
1 USA 98 BMW ORACLE Racing 23
1 ITA 94 Luna Rossa Challenge 23
3 NZL 92 Emirates Team New Zealand 20
4 ESP 97 Desafío Español 2007 19
5 SWE 96 Victory Challenge 16
6 ITA 99 Mascalzone Latino - Capitalia Team 14
6 RSA 83 Team Shosholoza 14
8 FRA 93 Areva Challenge 13
9 ITA 85 +39 Challenge 6
10 GER 89 United Internet Team Germany 3
10 CHN 95 China Team 3

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