Regatta-News
Brutale Schönheit
Nachdem sich gestern die Wetterbedingungen für die Britin besserten, geriet sie ins Schwärmen und philosophierte darüber, was eigentlich den Reiz des Segelns im Southern Ocean ausmacht.
"Die Schönheit dieser riesigen, rollenden Wellenberge ist unbeschreiblich, und die Tatsache, dass sie immer da sein werden, vermittelt ein Gefühl für die Ewigkeit. Ihnen zuzuschauen, ohne eine Möglichkeit, sie aufzuhalten, gibt mir das Gefühl, dass ich und das Boot völlig unbedeutend sind. Für die Wellen sind wir Winzlinge praktisch nicht existent.
Es gibt hier jetzt auch verschiedene Vögel, die zudem frecher sind als sonst, sie kommen näher, spielen um unser Vorstag herum. Währenddessen stehe ich nur im Cockpit und schaue ihnen zu. Ich glaube, ich bin die glücklichste Person der Welt, hier sein zu dürfen, dies alles zu sehen, fühlen, riechen und berühren mit meinen eigenen Augen und Sinnen - ich fühle mich so lebendig.
Trotzdem ist es manchmal beängstigend, wie mein armes Boot von Welle zu Welle geschleudert wird, in Wind mit 50 bis 55 Knoten in den Böen (10 Beaufort, d. Red). Wenn die Sonne untergeht, habe ich keine Ahnung, wo das Boot auf den Wellen steht, wie die nächste kommt. Und ständig dieser Knoten in meinen Eingeweiden, Folge der Anspannung, wo wir am Fuß der nächsten Welle landen."
MacArthur segelt in nun günstigeren Westwinden von 20 bis 30 Knoten mit den Kaltfronten gen Osten und macht guten Speed. Zurzeit steht sie mehr als 20 Stunden vor dem Rekord von Francis Joyon. Die Aussicht auf ein geruhsames Weihnachten haben die Meteorologen ihr aber schon genommen: Für den 24. erwartet sie ein Sturmtief mit 50 Knoten Wind ...










