America's Cup
BMW Oracle stellt konventionellen Mast; Segelvideo von Alinghi
Nachdem der Trimaran des Herausforderers erstmals vor Valencia zu Wasser gelassen wurde, bekam er statt des erwarteten Flügelmastes eine konventionelle Kohlefaserstange verpasst. Zugleicht stellte BMW Oracle dem Gegner Alinghi ein Ultimatum.
Am vergangenen Freitag segelte „Alinghi 5“ zum ersten Mal vor Valencia — und wurde prompt von einem Motorboot des Kontrahenten, bei dem Russell Coutts, James Spithill und John Kostecki an Bord waren, zeitweise sehr eng beobachtet. Von dieser Ausfahrt gibt es auf der Alinghi-Homepage ein Video.
Interessant in dem knapp zwei Minuten langen Beitrag sind besonders zwei Details. Alinghi verwendet gerade Schwerter, die bei Kursen hoch am Wind am meisten Lift nach Luv erzeugen. Experimentiert wurde auch schon mit S-förmigen und C-förmigen Profilen. Letztgenannte richten den Lift mehr nach oben, was besonders raumschots Vorteile bringen kann, S-förmige sind ein Kompromiss aus beidem.
Außerdem zeigte Alinghi eine ähnliche, stromlinienförmige Verkleidung der Beams, wie sie BMW Oracle schon länger im Einsatz hat. Vermutlich soll diese auch Lift erzeugen und den Widerstand verringern.
Während das aber eher kleine Veränderungen sind, wartete BMW Oracle mit einer Überraschung auf. Statt des vielbeschriebenen Flügels wurde ein konventioneller Kohlefasermast gestellt. Laut Team sei dies die normale Praxis, um nach einem Zuwasserlassen die Belastungstests durchzuführen.
In der vergangenen Woche hatten sich Vertreter beider Teams in Singapur zur Klärung noch offener Regelfragen getroffen hatten. Diese Gespräche scheiterten allerdings nach zwei Tagen. Die Darstellungen beider Teams darüber, wer für das Scheitern
verantwortlich sei, liegen, wie nicht anders zu erwarten, weit auseinander. Laut Schilderung von Alinghi-Skipper Brad Butterworth habe sich das gegnerische Team nicht an eine vereinbarte Fortführung der Verhandlungen gehalten. Dieses wiederum behauptet, es habe bereits eine unterschriftsfähige Vereinbarung gegeben, die Alinghi aber in letzter Sekunde nicht unterzeichnet habe.
BMW Oracle hat nun diese Vereinbarung erneut zur Unterschrift angeboten und Alinghi dafür eine Frist bis heute, 17 Uhr gesetzt.










