America´s Cup
BMW Oracle - Alinghi. Der Streit geht weiter
BMW Oracle hat die zuletzt größer gewordenen Hoffnungen auf eine friedliche Lösung im America´s Cup Streit begraben. „Wir wollen unsere Aufmerksamkeit jetzt voll auf den Sieg vor dem Berufungsgericht in New York richten“, heißt es in einem Brief des Golden Gate Yacht Clubs an Alinghi.
Der New York State Court of Appeals habe die nächste Anhörung auf den 10. Februar festgelegt und eine Entscheidung bis Ende März 2009 in Aussicht gestellt. „Die wenigen Monate halten wir nicht für eine unzumutbare Verzögerung.“
Alinghi hatte zuletzt den Prozess zur Organisation des 33. America´s Cups wieder aufgenommen und zusammen mit 14 gemeldeten Syndikaten eine Diskussion über die Regeln in die Wege geleitet. Es gab bisher drei Treffen, bei denen insbesondere über eine neue 80-Fuß-Cupperklasse diskutiert wurde.
Die Beteiligten, zu denen auch das Team New Zealand gehört nachdem es seinen Klage fallen gelassen hatte, äußerten sich sehr zufrieden über die Transparenz des Prozesses.
Das spanische Ayre Team hatte in der vergangenen Woche einen offenen Brief an BMW Oracle CEO Russell Coutts geschrieben, und über die großen Fortschritte bei den Diskussionen berichtet. Man sei überzeugt davon, dass es fair zugehe. „Lieber Russell, der America´s Cup braucht den dreifachen Gewinner dieser Trophäe“, heißt es in dem Appell.
Aber Coutts zeigte sich unnachgiebig. Er bezog sich auf seine 10-Punkte-Änderungs-Forderung, auf die er noch keine Antwort von Alinghi erhalten habe. Wenn Ayre ihm die nötigen Unterlagen schicken würde, könne er erkennen, ob die Forderungen erfüllt seien.
Dieser Kontakt hat offenbar nicht stattgefunden. Vielmehr setzt die Antwort von BMW Oracle jetzt einen Schlussstrich unter die außergerichtlichen Bemühungen.
Damit hat sich die öffentliche Meinung zu Gunsten von Alinghi gewendet. Der Cup-Verteidiger konnte viele Beobachter überzeugen, dass er gewillt ist, ein neues Protokoll im fairen Dialog mit den Herausforderern zu entwickeln.
Allerdings kam das Festlegen des Meldeschlusses am 12.Dezember einem schwer annehmbaren Ultimatum gleich. Schlimmer noch, die Verkündung erfolgte zu einem Zeitpunkt, als sich die Streitparteien scheinbar annäherten. Alinghis plötzliche Friss-oder-stirb-Taktik musste BMW Oracle brüskieren. Und vielleicht war das ein bewusstes Manöver, um den PR-Krieg zu gewinnen. Seitdem stand BMW Oracle unter Zugzwang.
Nun wählen die Amerikaner jedenfalls den risikoreichen Weg, indem sie die Meldung nicht bis zum 12. Dezember abgeben. Wenn sie im März vor Gericht nicht gewinnen, sind sie definitiv vom nächsten Cup ausgeschlossen.
Dabei ist es nicht klar, wie die Chancen stehen. Es geht nach wie vor um den Vorwurf, der spanische Verein CNEV sei kein legitimer Herausforderer, weil er zu spät gegründet worden sei. Bei der letzten Entscheidung hieß das Richter-Urteil 3:2 für Alinghi.
Sollte BMW Oracle gewinnen, ist das Team offizieller Herausforderer. „Wir können uns dann mit Alinghi immer noch auf ein faires Protokoll mit allen Teilnehmern einigen“, heißt es in der Stellungnahme. Sollte das aber nicht der Fall sein, kommen die 90-Fuß-Multihulls zum Einsatz.
Die Amerikaner haben ihre ersten Tests in San Diego abgeschlossen, Alinghis Schiff befindet sich noch in der Schweiz im Bau.
Alinghi antwortete auf die BMW Oracle Ankündigung wie folgt: " Das ist für uns keine Überraschung...Es zeigt eine unglaubliche Arroganz und fehlenden Respekt vor den gemeldeten Teams. Wir werden mit den Teilnehmern weiter an dem Rahmen für den nächsten Cup arbeiten während wir auf die letzte Entscheidung des Gerichts warten."
Jochen Schümann sagte gegenüber YACHT-online. "Da geht es schon lange nicht mehr um die Fakten. Das ist etwas Persönliches zwischen Russell und Ernesto." Tatsächlich ist eine ander Deutung der Geschehnisse kaum vorstellbar.










