Sydney Hobart Race

"Balance" war der Schlüssel zum Sieg

01.01.2016 Tatjana Pokorny, Fotos: Rolex / Stefano Gattini - Die ersten Schlagzeilen gehörten "Comanche", doch den IRC-Gesamtsieg im Rolex Sydney Hobart Race sicherte sich Paul Clitheroes "Balance"

Rolex Sydney Hobart Race 2015
Fotograf: © Rolex / Stefano Gattini

Das Finale im Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2015: "Yeah Baby" passiert auf dem Weg in den Zielhafen Hobart die "Organ Pipes"

Die Siegerin im Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2015 heißt "Balance". Eine TP52 hat das Rennen im Kampf um den Tattersall's Cup gemacht. Für Eigner Paul Clitheroe war es der erste Sieg mit seiner Yacht, die das Rennen aber 2008 schon einmal für ihren damaligen Eigner Bob Steel gewinnen konnte. Mit dem 37-fachen Sydney-Hobart-Teilnehmer und Sailing Master Mike Green sowie dem 29-fachen Teilnehmer Adam Brown waren sogar zwei Crewmitglieder bei dieser jüngsten Siegfahrt an Bord, die auch schon vor sieben Jahren beim 630 Seemeilen langen Klassiker triumphieren konnten.

Rolex Sydney Hobart Race 2015
Fotograf: © Rolex / Stefano Gattini

Die Siegeryacht "Balance" ist eine zehn Jahre alte TP52

Eigner Paul Clitheroe hatte seine fünfte "Balance" Mitte 2015 gekauft, die nun im fünften Anlauf zum zweiten Mal das Rennen nach berechneter Zeit machte. Damit zählt das zehn Jahre alte Farr-Design zu den erfolgreichsten Booten in der Geschichte der Langstrecke in Down Under. Clitheroe konnte sein Glück kaum fassen: "Es ist eine absolute Ehre, dieses Rennen zu gewinnen. Ich dachte, das kleine Boot hätte uns geschlagen, bis der Derwant River sich anders entschied." 

Rolex Sydney Hobart Race 2015
Fotograf: © Rolex / Stefano Gattini

Im Schlussspurt kein Glück: Der lange Zeit wie die sichere Gesamtsiegerin aussehenden kleinen S&S 34 "Quickpoint Azzurro" fehlte im Derwant River der Wind. So siegte überraschend die TP52 "Balance". Doch Shane Kearns "Quickpoint Azzurro" gewann immerhin die ORCi-Wertung

Im Fluss zum Zielhafen Hobart war die lange nach berechneter Zeit führende "Quickpoint Azzurro" berechnet doch erst als dritte Yacht ins Ziel gekommen, weil ihr im Schlussspurt der Wind fehlte. Damit war am Sieg der "Balance" nicht mehr zu rütteln. Mit ihrer nach IRC berechneten Zeit von 4 Tagen, 7 Stunden, 27 Minuten und 13 Minuten setzte sich die australische Mannschaft gegen die gesamte IRC-Flotte durch – und wurde davon selbst überrascht. Einige Crew-Mitglieder waren bereits heimgeflogen, weil sie nicht mehr an den Sieg geglaubt hatten. Eigner Clitheroe holte sie alle per Flieger zur umjubelten Siegerehrung zurück. 

Für die Organisatoren hatte Clitheroe viel Lob: "Der Cruising Yacht Club of Australia hat einen fantastischen Job gemacht. Sie haben dafür gesorgt, dass alle sicher angekommen sind. Ich danke dem Sponsor Rolex und dem Royal Yacht Club of Bermuda, den vielen Freiwilligen und allen Beteiligten – es ist eine Mammutaufgabe!"

Rolex Sydney Hobart Race 2015
Fotograf: © Rolex / Stefano Gattini

Die glücklichen Gewinner der "Balance"-Crew um den 60-jährigen Eigner Paul Clitheroe

Die französische "Courrier Leon" segelte auf Platz zwei in der IRC-Wertung. Mit Eric de Turckheims "Teasing Machine" auf Platz sieben gelang einer zweiten französischen Yacht der Sprung in die IRC-Top-Ten. Die "Haspa Hamburg" segelte nach ihrem erfolgreichen Reparaturstopp und dem überraschenden Comeback auf Platz 58 und belegte damit den vorletzten Platz in der nach IRC gewerteten Flotte, in der 25 Yachten aufgeben mussten. Insgesamt waren am 2. Weihnachtstag 108 Yachten in das Rolex Sydney Hobart Yacht Race gestartet. 77 kreuzten die Ziellinie vor Hobart, 31 hatten aufgeben müssen.

Rolex Sydney Hobart Race 2015
Fotograf: © Rolex / Stefano Gattini

"Celestial" segelt Hobart und dem Sonnenuntergang entgegen

Nach rein gesegelter Zeit hatte Jim und Kristy Clarks amerikanische "Comanche" das Rennen vor Syd Fischers australischer "Ragamuffin 100" und George Davids "Rambler" gewonnen. Für die Strecke hatte "Comanche" 2 Tage, 8 Stunden, 58 Minuten und 30 Sekunden gebraucht. In der IRC-Wertung ergab sich daraus Platz 13 mit einer berechneten Zeit von 4 Tagen, 16 Stunden, 48 Minuten und 38 Sekunden. 

Das Schlusswort der 71. Auflage des Rennens hat noch einmal IRC-Sieger Clitheroe, der sich in der starkwindigen ersten Nacht bei einem Sturz an Bord verletzt hatte. Clitheroe erinnerte in seiner Dankesrede auch daran, dass "Black Jacks" Eigner Peter Harburg sich das Bein und "Victoire"-Eignerin Darryl Hodgkinson sich einige Rippen gebrochen hatte. Beide haben Hilfe von konkurrierenden Yachten bekommen. Clitheroe sagte: "Welchen anderen Sport kennt ihr, in dem die Konkurrenz stoppt und anderen in schwierigen Situationen hilft?"

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