Regatta-News
„B&Q“: Wieder leichte Kollision
Nach der Fast – Kollision mit einem Wal vorgestern zeigt die leichte Kollision von heute, wie leicht ein Schaden passieren kann, auch wenn das Ziel nah scheint. das unbekannte Objekt, von dem MacArthur nicht weiß, was es war, verfing sich unter dem Leeschwimmer, blieb am Ruder hängen und richtete keinen Schaden an. Dennoch:
Mit einem 75 Fuß großen Trimaran allein einen Vollkreis zu schlagen, ist nicht ohne.
„Noch herrschen Passatbedingungen, wir knüppeln gegenan. Die Windstärke ändert sich ständig. Deswegen muss ich ständig zwischen der Genua und der Solentfock des Tris hin und her wechseln. Ab 18 Knoten wahren Winds ist eigentlich das erste Reff angesagt. Aber ich lasse das Großsegel zur Zeit länger voll stehen. Ich möchte vermeiden, dass der Kopfbrettrutscher mit seinem Schlitten die Schiene weiter malträtiert“. MacArthur segelt ihr Boot also dezeit permanent überpowert. „Das ist ebenso schlimm, wie es dauernd zu untertakeln“, weiß sie. Genauso, dass es bald mit dem Passat ein Ende haben wird: „Morgens wird es bereits kühler“. Sie peilt bereits die nächste – und vermutlich letzte – Wetterhürde dieses Reise an. Das riesige Hochdruckgebiet über Europa.
Es kommt selten vor, dass Langstreckenfreaks mit den selben Wettersystemen zu kämpfen haben, wie die Daheimgebliebenen, die selbe Luft atmen, quasi. Im Moment ist das jedoch so – vorausgesetzt, die „Daheimgeliebenen“ halten sich in Europa auf. Denn das gleiche Hochdruckgebiet, das in Hamburg für Eis und Schnee sorgt, erstreckt sich bis Irland und über die Biskaya, ärgert Ellen und die ersten drei Vendée Globe Heimkehrer in gleichem Maße. Von dem Gebärden dieses Druckgebildes hängt vieles ab. Ellens offizielle Zeit, der Sieger bei der Vendée Globe Challenge. „So, wie es heute aussieht, werden wir wohl hoch am Wind in das Hoch hinein fahren. Vor einer Weile sah es noch nach raumschots aus“. Dass der Fahrzustand – ruppiges Amwindgebolze oder stetiges Dahinjagen raumschots – eines müden Trimarans, der von einer müden Skipperin nach über 24000 Meilen gesegelt wird, ganz erheblichen Einfluss auf das allgemeine Risikopotenzial der Reise hat, braucht nicht erwähnt zu werden.
Fans von Ellen MacArthur haben bereits befürchtet, dass die Engländerin ihr Lieblingskuscheltier „Slinky“ beim Überfahren des Äquators Neptun geopfert hat. Grund: das fusselige Etwas, das in „B&Qs“ Kajüte ständig irgendwo herumlag, konnten die zig in der Kabine installierten Webcams auf der Nordhalbkugel plötzlich nicht mehr erspähen, "Slinky" war den Augen der Öffentlichkeit sozusagen entrissen. Und: Die Tradition schreibt vor, dass Neptun am Äquator ein besonders schweres Opfer gebracht werden muss – ein Lieblingskuscheltier beispielsweise, falls gerade zur Hand, käme da wir gerufen. Doch die Skipperin intervenierte und zerstreute die Sorgen ihrer Fans persönlich: „Slinky“ lebt! An Bord! Nach wie vor fusselt das Tier in der Kabine des Trimarans vor sich hin.










