America's Cup

America's Cup: Mascalzone steht zu Ellison

08.10.2007 Carsten Kemmling - Vincenzo Onorato´s Team unterstützt die Position von BMW Oracle mit einer Eingabe an das New Yorker Gericht. Verschiebung unvermeidlich? Die Fronten sind verhärtet

„Der Richter soll wissen, was im Umfeld der prozessierenden Parteien passiert“, erklärt Masclazone Latinos Rechtsberaterin Alessandra Pandarese ihre Eingabe an das Gericht in New York. Das sei der Zweck des so genannten Amicus-Curiae-Brief, den sie am Samstag eingebracht habe, um wie in den USA üblich Hintergrundinformationen für den Fall beizusteuern.

Neues ist von Pandarese allerdings nicht zu hören. Im Auftrag von Vincenzo Onorato bekräftigt sie einmal mehr die Tatsache, dass BMW Oracle nicht alleine steht im Kampf gegen Alinghi.

„Man muss Ernesto Bertarelli fragen — der mehrfach betont hat, dass die 32. Auflage des Cups die beste aller Zeiten war — warum er die Regeln völlig neu geschrieben hat? Wäre es nicht besser gewesen den vorherigen Text zu verbessern, vielleicht mit dem Input aller Herausforderer?“

Eine Verschiebung sei wahrscheinlich unvermeidbar, heißt es weiter in dem Amicus-Curiae-Brief. Trotzdem habe das ACM keinen der jetzigen Herausforderer von dieser Möglichkeit unterrichtet bevor es damit an die Öffentlichkeit ging.

Das ACM mache weiterhin den grundlegenden Fehler, sich als eine Organisation wie die FIA dem internationalen Auto-Dachverband zu fühlen, dem auch die Formel 1 untersteht. „Das ACM ist aus dem Cup-Halter entstanden und kann deshalb keine absolute Macht haben.“

In einem weiterführenden Interview mit Valencia Sailing bestätigt Pandarese, dass Mascalzone Latino und BMW Oracle an einem „fairen“ Protokoll arbeiten, das sich stark an die Version des 32. Cups anlehne.
Darin befürworten die Verfasser die Beibehaltung der alten America´s Cup Klasse für den 33. Cup und die Einführung eines neuen Bootes für den 34. Cup.

Derweil verkündete ein spanischer Segeljournalist in der Tageszeitung ABC, dass Russel Coutts und Brad Butterworth unter anderem die Übereinkunft getroffen hätten, den Cup 2010 mit den neuen Booten abzuhalten.

BMW Oracle dementierte die Einigung allerdings postwendend. Alinghi habe den Schlichtungsprozess und die zehn vorgeschlagene Schlichter abgelehnt.

Ernesto Bertarelli, der den America´s Cup am dritten Oktober für kurze Zeit zu seinem alten Platz im New York Yacht Club brachte, bestätigte dem US Journalisten Cory Friedman, dass er von einer Schlichtung mithilfe eines Schlichter nichts halte. Er habe mit diesem Prozess schlechte Erfahrungen in seinem Streit mit Russell Coutts gemacht.

Im übrigen hätte sein Telefongespräch mit Larry Ellison in der vergangenen Woche aber auch kein Ergebnis gebracht. Die einzige Lösung des Streits sehe er darin, dass Ellison das Protokoll akzeptiert.

Alles steuert auf eine Entscheidung vor Gericht hin am 22. Oktober.

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