America's Cup

America's-Cup-Klage: Beide Parteien zufrieden

23.10.2007 Matthias Beilken - Nach der ersten Anhörung vor dem Supreme Court in New York geben sich sowohl Alinghi als auch BMW Oracle Racing positiv

"Eine rein technische Sache. Nur eine rechtliche Auslegung der Deed of Gift", sagt Alinghis Rechtsberater Hamish Ross. Richter Herman Cahn verspricht eine schnelle Verkündung des Urteils. "Eine zügige Klärung ist genau das, was wir angestrebt haben", sagt Tom Ehman, Sprecher des Golden Gate Yacht Club und damit Vertreter von BMW Oracle Racing.

Dabei wissen alle, dass es um deutlich mehr geht. Um weit mehr als eine bloße rechtliche Interpretation der Stiftungsurjunde, der Deed of Gift. Es geht um den Rahmen, in dem der nächste, der America's Cup Nummer 33 ausgetragen wird. Darum, wo gesegelt wird, wann und mit welchen Schiffen.

Offizieller Grund für die Klage von BMW Oracle Racing ist, dass "ihr" Golden Gate Yacht Club (GGYC) den ersten Herausforderer des neuen America's Cups nicht als ordentlichen Club im Sinne der Deed of Gift anerkennen und die Bedingungen für das nächste Match, das Protokoll, das dieser Klub ausgehandelt hat, nicht akzeptieren will. Der Club Náutico Español de Vela (CNEV) sei ein künstlich neuerschaffener Club und nur dazu da, die vom Verteidiger Alinghi ausgearbeiteten Regeln klaglos hin zu nehmen. So nörglen nicht nur die Amerikaner, sondern auch viele der weitern potenziellen Herausforderer. Der Golden Gate Yacht Club möchte anstelle des CNEV erster offizieller Herausforderer, Challenger of Record, werden und das bestehende Protokoll ordentlich aufmischen.

Das Problem ist nur, dass sich die Société Nautique de Genève (SNG), der Club hinter dem Verteidiger Alinghi, nicht aufmischen lassen will. Sie haben mit den Spaniern ein Protokoll ausgehandelt, das ihnen eventuell einen gewaltigen Zeitvorsprung einräumt und von vielen als unfair angesehen wird. So weiß nur Alinghi, wie die neuen Schiffe aussehen, die anderen können nur raten. "Jeder will neue Schiffe", kommentiert Skipper Brad Butterworth die Alinghi-interne Designarbeit, die wahrscheinlich längst auf vollen Touren läuft. Der Verteidiger hat ein Protokoll und eine Idee, beides wollen sie nicht wieder rausrücken. "Die SNG hält weiterhin an ihrem Standpunkt fest...BMW Oracle Racing ist nach wie vor kein Teilnehmer des Events...dennoch hält Alinghi weiterhin gute Kontakte zu BMW Oracle Racing aufrecht...", heißt es offiziell aus Genf.

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