America's Cup

Alles wie gehabt

23.06.2006 Carsten Kemmling - Team Germany verliert auch gegen die vermeintlich einfachen Gegner Shosholoza und Areva Challenge. Chinesen verlieren erst einen Mann dann das Rennen.

Im vergangenen Act war dem United Internet Team Germany noch ein Sieg gegen Shosholoza gelungen. Und auch bei drei Trainingsrennen lagen die Deutschen vorne. Da konnte man sich Hoffnungen auf den ersten Sieg machen. Aber am zweiten Tag des Louis Vuitton Acts 12 in Valencia ging dieses Rennen mit dem großen Abstand von 1:35 Minuten verloren.

Zwar zeigten beide Teams eine sehr gute Bootsbeherrschung in der mehrminütigen dial up Phase, als beide Schiffe rückwärts trieben. Und Shosholza geriet stark unter Druck, weil das Boot langsam auf die Deutschen in Lee trieb. Aber kurz bevor es zur Kollision kam, für die Shosholoza einen Penalty bekommen hätte, drehte Bank ab.

„Wir müssen alles tun, um eine Kollision zu verhindern“, sagt Bank später. „Sonst würden wir eine Strafe bekommen. Deshalb bin ich abgedreht und habe protestiert.“ Zu früh meinten die Schiedsrichter und zeigten eine grüne Flagge, mit der sie den Protest abwiesen.

Danach hatte der Italiener Paolo Cian, der die Vorstarts für Shosholoza steuert, die Kontrolle. Der Weltranglisten-Dritte steuerte mit einem sauberen Timing die bessere linke Seite der Linie an, während Bank zur anderen Seite wenden musste. Der Rückstand beim Start betrug etwa 65 Meter. Danach hatte Team Germany keine Chance mehr.

"Ich habe zwar befürchtet, dass so etwas passieren kann, aber ich bin trotzdem enttäuscht, dass es so deutlich geworden ist," sagte Skipper Jesper Bank nach den Rennen.

Im zweiten Rennen gegen die Franzosen war das Rennen beim Start ausgeglichen und Jesper Bank hatte die rechte Seite des Kurses. Aber Areva schob sich schließlich Stück für Stück vor. „Wir konnten einen Tick höher segeln“, sagt der französische Taktiker Sebastian Col. Aber links sei auch etwas besserer Wind gewesen.

„Zwischen unseren beiden Booten liegt nicht viel“, sagt Col. „Aber wer einmal den first cross für sich entscheidet, der liegt am Ende vorne. Wir haben in den vergangnen Wochen viel an unserer Kreuz-Leistung gearbeitet, und offenbar hat es etwas gebracht.“ Am Ende lagen 1:24 Minuten zwischen den beiden Booten.

Bei den übrigen Paarungen blieben die ganz großen Überraschungen aus. Die Chinesen wären zwar fast zu ihrem ersten Sieg gegen +39 gekommen. Aber dann fiel ein Crewmitgliede von Bord als sie in Führung lagen und musste von einem Tender aufgenommen werden. Dafür gab es einen Penalty.

BMW Oracle musste einmal kurz zeigen, was in dem neuen Boot steckt, als Dickson genug Abstand gegen die Spanier heraussegelte, um einen Start-Penalty ungefährdet ausführen zu können. Alinghi schien dagegen etwas Speed herauszunehmen als das Team kurz nach dem Start die Führung vor Schosholoza erreicht hatte. Aber zum Schluss wurde es noch einmal sehr knapp. Die Schweizer gingen nur mit einem 20 Sekunden-Vorsprung ins Ziel.

Flight Three

1
Alinghi beat Desafío Español 2007
DELTA 00.55
2
Shosholoza beat United Internet Team Germany
DELTA 01.35
3
BMW ORACLE Racing beat Areva Challenge
DELTA 01.27
4
Mascalzone Latino-Capitalia Team beat China Team
DELTA 01.50
5
Emirates Team New Zealand beat Victory Challenge
DELTA 01.38
6
Luna Rossa beat +39 Challenge
DELTA 01.02

Flight Four

1
Alinghi beat Shosholoza
DELTA 00.20
2
Areva Challenge beat United Internet Team Germany
DELTA 01.28
3
BMW ORACLE Racing beat Desafío Español 2007
DELTA 01.12
4
Luna Rossa beat Victory Challenge
DELTA 01.11
5
Emirates Team New Zealand beat Mascalzone Latino-Capitalia Team
DELTA 02.17
6
+39 Challenge beat China Team
DELTA 03.44

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