America’s Cup

Alinghi schlägt zurück

05.02.2009 Carsten Kemmling, Fotos: Chris Cameron chriscameron.co.nz/LVPC - Der Cup-Verteidiger überholt die Briten in letzter Sekunde. Italiener besiegen Kiwis. Chinesen holen ersten Sieg. Coutts mit alter Stärke

Fotograf: © Chris Cameron chriscameron.co.nz/LVPC
Das Heimteam bereitet bei Starkwind eine Wende mit folgendem Spi-Set vor

Der erste Tag der zweiten Round-Robin-Runde bei den Louis Vuitton Pacific Series brachte den bisher ungeschlagenen Teams ihre erste Niederlage. Team New Zealand verlor gegen Damiani Italy Challenge, und Team Origin unterlag Alinghi.

Dabei war besonders das Comeback der Schweizer bemerkenswert. Nach einem durchschnittlichen Start wurde der erfolgsverwöhnte Steuermann Ed Baird vom Boot der Briten in Lee so sehr unter Druck gesetzt, dass er wenden musste. Origin führte auf dem ersten Abschnitt mit bis zu acht Längen.

Aber Alinghi konnte immer wieder aufschließen, lag an den ersten Tonnen nur 15 bzw. 20 Sekunden hinten. An der letzten Luvtonne fehlten gar nur 2 Sekunden.

Beim Halsenduell auf der Zielgeraden spielten die America’s-Cup-Sieger dann ihre ganze Erfahrung aus. Team-Origin-Taktiker Ian Percy kommentiert den Moment, als Alinghi vorbeizog:

Fotograf: © Chris Cameron chriscameron.co.nz/LVPC
Team New Zealand vor der Luvtonnen-Rundung

„Heute herrschte weniger Wind. Da wird der Gennaker nicht mehr vorn um das Vorliek gehalst, sondern innen. Solche Halsen haben wir mit unserem Team erst dreimal ausgeführt. Der heutige Patzer bei dem Manöver reichte aus, um das Rennen zu verlieren.“

Auch Team-New-Zealand-Steuermann Dean Barker musste sich heute für seine erste Niederlage gegen das rein italienische Team um Taktiker Vasco Vascotto und Steuermann Francesco Bruni rechtfertigen.

„Ich wollte beim Start die rechte Seite, habe das aber falsch berechnet. Wahrscheinlich wollte ich einfach zu viel. Danach machten die Italiener keinen Fehler.“ Aber das Rennen blieb bis zum Schluss eng. Die Kiwis lagen nur 14 Sekunden hinten.

Fotograf: © Chris Cameron chriscameron.co.nz/LVPC
Das Prada-Team knallt kurz vor der Luvtonne in eine Welle

Das dritte Rennen der Gold-Gruppe entschied Russell Coutts für BMW Oracle in einem weiteren Cup-Klassiker gegen Luna Rossa für sich. Er gewann den Start gegen Ex-Alinghi- und BMW-Oracle-Steuermann Peter Holmberg und siegte mit 58 Sekunden Vorsprung.

In der Silbergruppe gelang Matchrace-Weltmeister Ian Williams (GBR) am Steuer des chinesischen Bootes der erste Sieg. Shosholoza lag nach verlorenem Start an den drei Tonnen jeweils knapp unter 20 Sekunden zurück. Dann riss der Gennaker auf dem letzten Vormwind-Schenkel.

Auch das Rennen der Griechen gegen die Franzosen verlief ungeheuer knapp. Beide Boote rundeten die erste Marke gleichzeitig. Aber im Ziel lag Steuermann Sebastian Col vor den Schülern. Die Franzosen hatten erst vor wenigen Wochen die Griechen in Valencia das Segeln mit den AC-Cuppern gelehrt.

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